„Gamer”, „Nerd” – vor zehn, fünfzehn Jahren meinten diese Worte etwas völlig anderes als heute. Damals haute sich unsereins noch tagelang auf LAN-Parties des Spaßes wegen die Nächte um die Ohren und Eltern wie Freunde wunderten sich nur über die Wahl unserer Aktivitäten während der Wochenenden oder Schulferien. Feiern oder Fußball, nein danke. Warcraft, Counter-Strike, Age of Empires und Co. waren nur einige der vielen Titel, die wir damals spielten. Einige existieren im neuen Gewand auch heute noch.

Auch damals wollte man sich schon vor allem mit seinen Kollegen messen und als 2000 die ESL entstand, fingen so langsam einige an, die Berufung auch als Beruf zu sehen. Doch nur wenige von uns hatten das Zeug, damit Geld zu verdienen geschweige denn in der ESL Fuß zu fassen. Heute ist Gaming schon lange zum Eventsport avanciert. Bestes Beispiel hierfür ist die Entwicklung von Online-Events, die immer öfter auch offline riesige Stadien weltweit mit Fans füllen, die ihre Teams begeistert anfeuern – längst kein Phänomen mehr, welches wir bislang nur aus asiatischen Ländern kannten.

eSport wächst und wächst…

Die eSports Gemeinschaft wächst stetig und dank des einfachen Zugangs können sich Gamer weltweit jederzeit gegenseitig herausfordern. Diese Wettkämpfe können die verschiedensten Formen annehmen: Von Egoshootern wie Counter-Strike zu Sportklassikern wie FIFA, hin zu MMORPGs wie World of Warcraft, wo sich Gilden einen Wettlauf mit der Zeit liefern, wer den neuesten Dungeon als Erster beendet. Und wer heute immer noch daran zweifelt, dass eSport kein richtiger Sport ist, sollte sich mal seinen Lieblingsfußballverein angucken, denn von Schalke 04 (FIFA) über FC Kopenhagen (CS:GO) bis hin zu Besiktas Istanbul (LoL) – immer mehr Vereine erkennen die Zeichen der Zeit und stellen ihre ersten rein digital agierenden Sportmannschaften auf.

…und spricht Profis wie Neueinsteiger gleichermaßen an

Neben der klassischen eSports-Szene kann man auf YouTube auch andere Projekte finden, in welchen ein einzelner Gamer ein ganzes Spiel oder Teile davon vorstellt. Sogenannte „Let’s Plays“ und „Walkthroughs“ sind extrem beliebt und bieten neben dem Unterhaltungsfaktor auch die Möglichkeit, kostenlos einen Eindruck zu gewinnen, bevor man die Kaufentscheidung für einen neuen Spieltitel fällt. Anstatt sich wie früher durch Testberichte in Computerzeitschriften zu arbeiten, schaut man heutzutage ein paar YouTubern beim Zocken über die Schulter und entscheidet sich dann einfach, ob der Kauf lohnt oder nicht. Um euch einen Einstieg in die Szene zu verschaffen, haben wir uns drei bekannte europäische YouTuber ausgesucht, die wir euch nun vorstellen wollen:

Gronkh

Er ist wohl einer der bekanntesten Gaming Influencer in Deutschland – Gronk, alias Erik Range. Seine Bekanntheit erlangte der YouTuber mit seinen Let’s Plays zu Minecraft. Eine Leidenschaft, die er immer noch verfolgt: Zum Beispiel in seiner Minecraft Serie „Life in the Woods“, die schon fast 500 Folgen zählt. Obwohl Gronkh zum Urgestein der bekannten YouTube-Gemeinde zählt, lädt er weiterhin täglich mehrere unterhaltsame Videos hoch. Seine Popularität zeigt sich auch auf Messen wie der Gamescom, wo die Begeisterung der Fans für den YouTube-Star ungebrochen ist. Gronkhs größtes Wiedererkennungsmerkmal ist vermutlich seine „Märchenonkelstimme“, die vielen seiner Videos eine einzigartige Stimmung verleiht. Zudem beteiligt er sich an Wohltätigkeitsevents wie dem Friendly Fire 2 letztes Jahr, auf dem er zusammen mit YouTubern wie Pietsmiet, FishC0p und anderen 300.000 Euro für den guten Zweck erspielte.

Kwebbelkop

Jordi Maxim van den Bussche alias Kwebbelkop ist ein 22-jähriger Niederländer, der mit seiner Leidenschaft für Grand Theft Auto 5 bekanntgeworden ist. Ähnlich wie Gronkh sammelte Kwebbelkop auf seinem Channel mit Minecraft (und Call of Duty: Black Ops 2) die ersten Follower und erreichte im Juni 2013 die 10.000er Marke. Die beste Entscheidung seiner YouTube-Karriere war dann wohl, dass er ein paar Monate später im September begann, nahezu ausschließlich Videos zu GTA 5 hochzuladen. Mit fast 7 Millionen Followern nur auf diesem Channel ist er erfolgreicher denn je, insbesondere seine GTA 5 Funny Moments Serie erreicht regelmäßig 300.000 bis 800.000 Aufrufe. Während GTA 5 Kwebbelkops Basis ist, zockt er auch Nischenspiele wie Friday the 13th The Game, mit ähnlichem Erfolg, wenn man nach den Views seiner Videos geht.

Ali-A / Matroix

Ali-A, oder Alastair Aiken, erhielt in 2015 die Guinness Weltrekord Auszeichnungen für “Most Popular Call of Duty Channel by Views” und “Most Popular Call of Duty Channel by Subscribers”. Der 23-jährige Brite kann sich also legitim als King of Call of Duty bezeichen. Mindestens einmal täglich lädt der YouTuber ein Video hoch und spielt CoD auf verschiedenen Konsolen, wie der Playstation 4 oder Xbox One. Was Ali-A auszeichnet, sind seine qualitativ hochwertigen Videos, die nicht nur inhaltlich, sondern auch visuell Spaß machen. Bekannt ist er unter anderem durch seine detaillierten Waffenanalysen und Kommentare zu seiner Spielweise. Zwar ist Call of Duty sein Aushängeschild, er gibt aber auch Nischenspielen eine Chance und spielt sie mit genau derselben Freude und Detailverliebtheit, wie man es von ihm gewohnt ist.

 

 

*Aktuelle Zahlen zum Redaktionsschluss