Wer Instagram als Brand, Agentur oder Influencer nutzt, für den hat die Plattform vor allem einen Nutzen: Follower binden, Inhalte verbreiten sowie promoten und neue Zielgruppen erschließen. Als privat eingestelltes Instagram Profil ist das vor allem ein langwieriger Prozess des Ausprobierens. Nutzer eines Business Accounts haben hingegen schon länger die Chance, Statistiken zurate zu ziehen und dadurch sehr viel gezielter Inhalte zu platzieren. Neuerdings können auch die Stories analysiert und ausgewertet werden. Wir möchten euch heute eine umfassende Zusammenfassung der einzelnen Statistik-Werte geben.

Die Grundeinstellungen des Business Profils

Einen Business Account kann man entweder direkt bei der Neugründung eines Profils erstellen oder aber man wandelt in den persönlichen Einstellungen den bereits existierenden privaten Instagram Account in einen Business Account um. Ab dem Moment der Erstellung eines Business Accounts sammelt die App Daten und bereitet diese in Diagrammen und Zahlenwerten auf.

Bei einem Business Account kann die zugehörige Facebookseite verknüpft werden. Von dieser zieht sich Instagram dann auch automatisch die Kategorie des Unternehmens (z.B. persönlicher Blog oder Nachrichten-/Medien-Webseite). Daher ist es bereits bei der Erstellung der offiziellen Facebookseite wichtig, die korrekte Kategorie zu finden. Zusätzlich können einem Business Account verschiedene Kontaktmöglichkeiten wie Adresse, E-Mail und Telefonnummer zugeordnet werden. Der Nutzer kann dann im Profil wählen, wie er die Brand, den Influencer oder das Unternehmen kontaktieren möchte.

Die Profil-Statistiken: Reichweite, Interaktionen und Webseitenklicks

Über das eigene Profil gelangt man mit einem Klick auf das kleine Balkendiagramm zu den Statistiken des Accounts. Hier werden sofort die verschiedensten Daten angezeigt; der erste Abschnitt befasst sich mit den Profil-Statistiken, die jeweils im Vergleich zum vergangenen 7-Tage-Zeitraum dargestellt werden. Hier werden vier wichtige Daten angezeigt: ReichweiteImpressionenProfilaufrufe und Webseitenklicks.

Die Reichweite zählt jede Person, die einen Beitrag gesehen hat. Im Vergleich dazu zeigen Impressionen die Anzahl an Beitragssichtungen an, unabhängig davon, ob ein Beitrag von einer Person mehrfach gesehen wurde oder nicht (Quelle: AllFacebook). Entsprechend ist die Anzahl an Impressionen meist deutlich höher als die Reichweite, obwohl letztere ein eindeutigerer Indikator für den Erfolg eines Posts ist. Aus den Profil- und Webseitenklicks lässt sich dann schließen, wie interessiert ein Besucher an weiteren Informationen und weiteren Inhalten ist: Wer von einem Beitrag aus das Profil aufruft, der ist an weiteren Inhalten oder Informationen zur Person oder zum Unternehmen interessiert. Die Webseitenklicks messen den Erfolg des übergeordneten Ziels eines Account-Nutzers. Wer es schafft, User über das Profil auf die eigenen Website zu locken, wo nun die gesamte Bandbreite an Informationen zur Person oder dem Unternehmen erhalten kann.

Die Beitrags-Statistiken: Welche Beiträge sind am beliebtesten?

Der zweite Abschnitt im Profilmenü befasst sich mit den Beiträgen. Während man unter jedem einzelnen der eigenen Fotos die Möglichkeit hat, sich speziell die Statistiken zu einem Foto oder Video anzeigen zu lassen, kann man die Beitrags-Statistiken vor allem zum Vergleichen nutzen. Mit einem Filter kann man sich die Beitragsart (Foto, Video oder Karussell-Beiträge), die Statistikart (Impressionen, Reichweite, Interaktionen, „Gefällt mir“, Kommentare und Gespeichert) und den zu betrachtenden Zeitraum (von einer Woche bis zu zwei Jahren) einstellen. Der Zeitraum greift aber nur dann korrekt, wenn der Business Account schon so lange besteht. Sortiert nach Performance erhält man dann die Fotos nach Filtergröße angezeigt.

Daraus lassen sich für den Accountinhaber wichtige Schlüsse ziehen: Welche Inhalte kommen bei den Followern gut an („Gefällt mir“), welche fördern eine hohe Interaktion in Form von Kommentaren, welche wurden besonders oft gespeichert und sind damit inspirierend für die Follower? All diese Fragen beantworten diese Statistiken und können im Umkehrschluss auch Informationen geben, welche Beitragsarten zukünftig lieber nicht mehr geteilt werden sollten, da die Performance nicht gut war. So können Beiträge den Präferenzen der User angepasst werden.

Die Story-Statistiken: Wie performen die Kurzvideos?

In drei Zeiteinheiten (24 Stunden, 7 Tage und 14 Tage) lassen sich die Stories auf Instagram nun auch mit den folgenden Filtern auswerten: Impressionen, Reichweite, „Weiter“ getippt, „Zurück“ getippt, Verlassen und Antworten. Wie bei allen anderen Instagram-Statistiken zeigen Reichweite und Impressionen wieder, wie viele Einzelnutzer ein Video geschaut haben und wie oft ein Video Usern allgemein ausgespielt wurde. Mit den Statistiken zu „Weiter“ und „Zurück“ kann ein Accountinhaber schnell feststellen, welche Informationen und Themen für die Follower überflüssig oder langweilig („Weiter“ getippt) bzw. welche Teile der Story wiederum interessant waren und nochmals angesehen wurden („Zurück“ getippt). Schließlich ist erkennbar, bei welchen gezeigten Inhalten die Follower gänzlich abspringen („Verlassen“) und auf welchen Content reagiert wurde („Antworten“).

Die Statistiken zu den Stories sind recht simpel aufgebaut und erklären sich schnell von selbst, sind jedoch für den Accountinhaber sehr wichtig. Die ausgelesenen Daten können für das zukünftige Storybuilding ausschlaggebend sein. Durch mehr Elemente, die eine Interaktion erfordern („Antworten“), können Follower gezielter gebunden werden und uninteressante Storylines können zukünftig eliminiert werden.

Die demographische Analyse: Wer sind meine Follower?

Der vierte aufbereitete Datensatz in den Statistiken beschäftigt sich mit den demographischen Eigenschaften der Follower. Mit einem Klick wird die genaue Anzahl an Followern und deren numerische Entwicklung in den letzten sieben Tagen angezeigt. Ein Tortendiagramm zeigt den Anteil an Frauen und Männern, die dem Account folgen. Die verschiedenen Altersgruppen werden in Form eines Balkendiagramms dargestellt, wobei man hier auch noch nach Männern und Frauen unterscheiden kann. Weiterhin können wir uns sowohl auf Städte- als auch auf Länderebene anzeigen lassen, wo sich unsere Follower befinden.

Eine der wichtigsten Analysen in diesem Abschnitt ist die Auswertung, wann die eigenen Follower aktiv sind. Dies wird sowohl in Tagen, als auch in Stunden angezeigt. Mit Hilfe dieser Zeiten kann ein Beitrag strategisch klug platziert werden – nämlich dann, wenn die größte Anzahl an Followern online und aktiv auf der Plattform unterwegs ist.

Die Promotion-Statistiken: So performen meine unterstützten Beiträge

Die Statistiken geben ebenfalls Auskunft über Promotions, die ein Account platziert hat. Mit Promotions können Beiträge gegen Bezahlung einer bestimmten Zielgruppe sichtbar gemacht werden. Damit erhalten Beiträge nicht nur Visibilität, sondern erreichen auch potenzielle neue Follower oder Kunden.

Aus den Statistiken heraus lässt sich auch direkt eine neue Promotion starten. Instagram unterstützt die Nutzer hier, indem es automatisch passende Zielgruppen vorschlägt. Es können aber auch eigene Zielgruppen anhand von demographischen Details und Interessen erstellt werden. Wer einen Überblick über seine Zielgruppe – etwa die Altersstruktur und das Geschlecht – hat und sich in seiner Branche auskennt, der sollte die zu bewerbende Zielgruppe unbedingt selbst auswählen, da sie sehr viel zielgerichteter eingestellt werden kann, als die automatischen Voreinstellungen es erlauben. So eignen sich zum Beispiel für Fashion-Promotions Follower von Modemarken und Fashion-Blogs als festgelegte Zielgruppe. Einem Beitrag wird dann eine Zielseite (zum Beispiel der Blog oder Onlineshop) zugeordnet – wer auf die Promotion klickt, wird hierher weitergeleitet. Anschließend können noch Budget und Dauer der Bewerbung festgelegt werden.

Ist ein Beitrag per Promotion unterstützt, können während einer laufenden Promotion – aber auch nach Abschluss dieser – verschiedene Statistiken zurate gezogen werden. Dazu gehören nicht nur die Impressionen, sondern besonders die generierten Klicks zur Zielseite sowie die Kosten pro Klick (also das verwendete Budget, geteilt durch die Anzahl der Klicks). Wichtig zu wissen: Eine Promotion beeinflusst nicht die Impressionen eines bestehenden Beitrags. Durch das Anlegen einer Promotion wird eine Art Kopie des Posts erstellt und beworben. Promotions sind besonders für Einsteiger eine gute Möglichkeit, um auf sich aufmerksam zu machen – jedoch empfehlen Experten, lieber den Facebook Werbeanzeigenmanager zu nutzen, da dieser detailreichere Einstellungsmöglichkeiten erlaubt und Promotionen so genauer auf eine Zielgruppe ausgerichtet werden können.

Wer die Statistiken kennt und weiß, welche Aussagen sie treffen und wie diese zu bewerten sind, der wird mit ihrer Hilfe seine Performance auf einer der derzeit beliebtesten Social Media Plattformen deutlich verbessern und sich strategisch besser ausrichten können.