Weniger Likes und Kommentare, stagnierendes Wachstum und Unauffindbarkeit der eigenen Fotos bei der Hashtag-Suche, obwohl relevante Schlagwörter gesetzt wurden – das alles war für viele Instagram-User die letzten Monate über Grund zur Annahme, dass Instagram ’shadow banning‘ betreibt. Einige Plattformen nutzen den sogenannten Shadowban als eine Art Maulkorb für Spammer.

Wer unter dem Shadowban steht, kann zwar weiter kommentieren und posten, jedoch werden die Beiträge nicht mehr von anderen Usern gesehen. Die Interaktion wird damit ausgeschaltet und der User geht in der Plattform unter. So können nicht nur aggressive Nutzer, sondern auch Spambots wortwörtlich in den Schatten verbannt werden, wo sie niemand mehr sieht. Auf Instagram spezifisch beschwerten sich tausende Influencer darüber, dass ihre Fotos in der Hashtag-Suche nicht mehr von Leuten gefunden werden konnten, die ihnen nicht sowieso schon folgten. Für viele Instagram-Nutzer war dies nach den vermeintlichen Nachteilen durch den Mitte 2016 eingeführten neuen Algorithmus der absolute Supergau, denn dadurch würde ja obendrein die Wachstumsrate deutlich sinken. Werden Fotos nicht von potenziellen Follower gefunden, stagnieren die Zahlen.

Jetzt hat Instagram Partnership Manager Heiko Hebig offiziell bestätigt, dass es den Shadowban auf Instagram nie gegeben hat. Grund für die Unsichtbarkeit einiger Fotos bei der Hashtag-Suche sind laut Hebig die personalisierten Suchergebnisse für User und ein kurzzeitiger Fehler seitens Instagram, der aber bereits Anfang April wieder behoben wurde.

Darum sinkt Dein Engagement trotzdem

Wieso also beschweren sich viele Instagram Nutzer weiter über sinkendes Engagement auf ihrem Profil, obwohl es den Shadowban nicht gibt? Ganz einfach: auch wenn Instagram nicht in Form der Shadowbanning-Strafe gegen Spammer vorgeht, arbeitet die Plattform seit Anfang des Jahres verstärkt an der Reinigung des Netzwerks. In einer Säuberungsaktion wurden Fake Accounts gelöscht und automatisierte Interaktionen, zum Beispiel Like- und Kommentar-Bots, unterbunden. Damit sinkt generell das Engagement auf Instagram – bei Accounts, die sich zuvor mit wenig Geld Bots gekauft haben deutlicher als bei kleineren oder Accounts derer, die auf solche zwielichtigen Hilfsmittel verzichten.

Das begründet auch, warum Followerzahlen zurückgehen: inaktive Accounts und Fake-Nutzer werden gelöscht. Eine ähnliche Reinigung der Plattform hatte bereits 2014 stattgefunden – hier hatten User über Nacht ebenjene falschen Follower verloren. Bei größeren Accounts schrumpfte die Zahl deutlich um mehrere Tausend Follower. Grundsätzlich sollte diese Aktion seitens des Networks von Instagram-Usern aber positiv gedeutet werden, denn die nun stattfindende Interaktion auf dem Account und den einzelnen Bildern ist jetzt deutlich valider. Wer weiterhin hochwertige Fotos postet, konstant aktiv ist und relevante, zielgerichtete Hashtags nutzt, wird auch seinen Account dauerhaft weiter ausbauen können.