Nachdem uns der Reisefotograf Roman Königshofer, auch besser bekannt als rawmeyn, die Möglichkeit gab, eines seiner unglaublichen Bilder zu reposten war klar, dass wir mehr über den Österreicher erfahren wollen. Und nachdem er von einer achtmonatigen Reise wieder in seine Heimat zurückgekehrt ist, hat uns Roman Frage und Antwort gestanden. Eins steht jetzt schon fest – seine Liebe zur Natur. Wenn man durch sein Profil scrollt, fallen direkt die Berge und das Meer auf, die ein wichtiger Bestandteil seines Lebens sind. Von Neuseeland, Island, Vietnam über Nepal und bis in seine Heimat die Steiermark bereist der Weltenbummler die unterschiedlichsten Kontinente und nimmt uns mit in eisige Höhen, an die Ufer kristallklarer Gebirgsseen und auf seinem Surfbrett an fast unberührte Buchten. Seine Bilder wirken oft malerisch und bieten uns doch einen authentischen Blick auf die rohen und atemberaubenden Landschaften unseres Planeten.

Erzähl uns ein bisschen über Dich und wo Du aufgewachsen bist?

Ich bin ganz einfach und normal am Land aufgewachsen. In der Steiermark, genau zwischen Wien und Graz. Ich hatte hier eigentlich alles, was ich brauchte, da ich mitten in den Bergen leben konnte. Später stellte sich heraus, dass das eigentlich nur ein paar Hügel sind und somit die letzten Ausläufer der Alpen im Osten. Es war trotzdem super. Ich war schon immer sehr sportlich und habe daher alles ausprobiert. Schwimmen das ganze Jahr über und Skifahren im Winter waren dann meine Hauptbeschäftigungen neben der Schule.

Wie hat dich Deine Umwelt geprägt, warst Du schon immer sehr naturverbunden?

Draußen war ich immer schon gerne. Auch viel im Wald. Früher hatte ich bei meinem Opa ein Baumhaus. Mit dem Skifahren/Snowboarden kam ich dann auch mehr in die Berge und die lassen dich dann nicht mehr so schnell los.

Hattest Du schon immer den Drang zu reisen und wie hat alles angefangen?

 Mit 19 machte ich meinen ersten Surf Trip nach Portugal für zwei Wochen. Danach war ich hooked. Surfen war mein Ding. Aber das konnte man in Österreich leider nicht. Und Flusssurfen hat mich noch nie interessiert. Während dem Designstudium habe ich dann versucht Geld zu verdienen, dieses zu sparen um dann in den Semesterferien für längere Zeit surfen zu fahren und wirklich nur von den Basics zu leben. Das ging eine lange Zeit so gut und war rückblickend eine super Zeit! So hat das angefangen…

Wie bist Du zur Fotografie gekommen und wie ist Dein Werdegang?

So circa mit 15 habe ich angefangen mich mehr für Fotografie zu interessieren. Das kam durch das Snowboarden und die Magazine, die immer voll mit coolen Bildern waren. Snowboarden war zu der Zeit mein Ding und ab 18 circa habe ich das dann semiprofessionell betrieben. Wir waren eine Crew und wollten unsere Tricks auch irgendwie festhalten. Damals kam auch gerade das Internet auf und man konnte sich die erste eigene Webseite erstellen. Da waren wir voll motiviert und filmten und fotografierten viel. Einfach weil es uns Spaß machte. Irgendwie hatte ich ein gutes Auge für Details und meine Bilder sahen immer gleich gut aus. Dann hatte ich mir beim Snowboarden mein Kreuzband gerissen und musste ein halbes Jahr pausieren. Das war dann auch die Zeit, wo ich mich verstärkt mit der Fotografie auseinandergesetzt habe. Alles noch zu analogen Zeiten…

Ich habe dann Design studiert und da war die Fotografie ein Teil des Studiums, aber leider sehr einfach gehalten. Ich habe daher dann einfach mein eigenes Ding gemacht, lernte alles aus dem Internet und habe einfach viel fotografiert.

Wenn man sich die Beschreibungen seiner Posts auf Instagram durchliest, findet man immer wieder einige von Romans Lieblingszitaten, die seine Bilder noch besser untermalen.

Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.
 Saint Augustine

Ich habe das Gefühl, das die Berge Dich magisch anziehen, stimmt das?

Ja definitiv. Ich meine, jeder der die Berge einmal eine Zeit lang erleben durfte weiß, dass diese eine starke Anziehungskraft haben. Es ist schwer zu beschreiben. Aber vergleichbar mit dem Surfen. Man weiß nur man muss immer wieder hin, es tun sich immer wieder neue Projekte auf, die man machen möchte. Man will neues sehen, tun und lernen. Das Ganze dann an den schönsten Plätzen überhaupt machen zu können ist ein Privileg, das nicht selbstverständlich ist. Ich bin sehr dankbar dafür!

Wann hast Du mit dem Bloggen angefangen und was hat sich dadurch für Dich verändert?

Ich habe Anfang 2009 meinen ersten Blog gestartet. Der ist immer noch online und war ein Mix aus meinen Arbeiten und Dingen die ich im Internet cool fand. Das Bloggen wurde dann aus Zeitgründen immer weniger und Anfang 2013 habe ich den Blog geschlossen. Ich wusste zwar immer, dass man mit einem guten Blog viel erreichen kann, habe es aber irgendwie nie wirklich auf die Reihe bekommen, wieder einen zu starten. 

Erst im Oktober 2016 habe ich dann mit meiner Freundin Helena unseren Blog www.thetastyoutdoors.com ins Leben gerufen. Wir waren dann aber auch gleich acht Monate am Stücke am Reisen und da ist es hart einen Blog am Leben zu halten. Vor allem, wenn man so reist wie wir. Denn in den Bergen Nepals gibt es keinen Strom und kein Internet, genauso wenig wie in den Teilen Vietnams, welche wir mit dem Motorrad bereisten. Und als wir dann in einen Van in Neuseeland gezogen sind, war es auch nicht viel besser. Da unser Qualitätsanspruch sehr hoch ist, dauern die Updates auch ein wenig länger. Nun sind wir aber wieder in Österreich und höchst motiviert. Was hat sich für uns verändert? Noch nicht viel, ist ja noch alles sehr neu, es ergeben sich aber die ersten Möglichkeiten. Ich glaube halt, das Content wirklich King ist und wenn man immer wieder gute Sachen publiziert, Leute auf einen aufmerksam werden.

Auf welches von Deinen Fotos bist Du am meisten stolz und welche Geschichte verbindest Du mit diesem?

Auf ein Bild das ich vom Ama Dablam in Nepal gemacht habe. Er (der Ama Dablam) gehört zu den schönsten Bergen, die ich kenne. An diesem Tag waren wir aber schon so richtig fertig. Am Tag davor haben wir in unserem Basecamp auf 5000m im Zelt „geschlafen“ und sind um 1:00 Uhr am Morgen aufgestanden um unseren ersten 6000er zu besteigen. Alles klappte super! Es war mühsam und Helena ist mir fast erfroren, aber das vergisst man alles sehr schnell, wenn man oben ist und die Sonne langsam aufgeht. Jedoch ist das dann halt nur der halbe Weg. Nach dem Abstieg, als wir schließlich das Basecamp erreichten, waren wir dann auch ziemlich fertig. Von dort mussten wir noch zur nächsten Lodge absteigen. Als wir dann endlich drinnen saßen, sah ich wie sich draußen die Wolken formten und konnte nicht still sitzen bleiben. Ich nahm meine Kamera und musste raus. Natürlich musste ich wieder weiter raufgehen, um einen besseren Standpunkt zu bekommen. Das war an dem Tag auf 4600m schon recht anstrengend, aber ich bin froh, dass ich es gemacht habe, denn die Bilder dieser beeindruckenden Reise zählen zu meinen absoluten Favoriten.

 

*Aktuelle Zahlen zum Redaktionsschluss

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