Mit 175 Millionen Nutzern ist Pinterest eine der beliebtesten Plattformen weltweit. Auf Pinterest lassen sich Fotos in Form von Pins auf Themenboards speichern, die als Sammlungen von Inspiration und schön inszenierten Bildinhalten fungieren. Wer Pinterest richtig nutzt, kann damit den Traffic zum eigenen Blog deutlich erhöhen und neue Zielgruppen erschließen. Wir verraten euch heute, wie ihr euren Anteil an den weltweit 100 Milliarden Pins steigern könnt.

Business Account anlegen

Um professionell mit Pinterest arbeiten zu können, ist ein Business Account empfehlenswert – entweder direkt neu erstellen oder einfach einen bestehenden Account umwandeln. Damit habt ihr die Möglichkeit, eure Performance auf der Plattform zu analysieren und daraus Handlungsschlüsse für die Zukunft zu ziehen. Der größte Unterschied zu einem privaten Account liegt in der Möglichkeit, sich mit den Pinterest Analytics Statistiken anzeigen zu lassen.

Zu den wichtigsten Statistiken zählen nicht nur die Profilaufrufe, sondern insbesondere die häufigsten Pinaufrufe. Wichtig sind auch die demographischen Analysen, die man aus den Pinterest Statistiken erhält: Woher die Follower kommen und entsprechend zu welcher Zeit sie aktiv sind, ist für die eigene Aktivität auf der Plattform essenziell.

Pinterest Profil von Homey Oh My

Wichtig für einen neuen Account ist ein ansprechendes Profil, in dessen Beschreibung essenzielle Schlagwörter verwendet werden, um bei einer Profilsuche schnell gefunden werden zu können. Wer neu startet, sollte mit etwas fünf Pinnwänden mit jeweils 30 Pins starten und ab dann kontinuierlich weiterpinnen. Ein tolles Beispiel, dass alle Tipps auch für größere Unternehmen und Brands funktionieren, ist die Erfolgsgeschichte von ELLE Germany.

Pinterest-Integration auf dem Blog

Damit überhaupt Leute von Pinterest auf eure Plattform stoßen, sollten euer Blog und Pinterest verknüpft werden. Das geht ganz einfach über die Installation des Merken-Buttons – bei Mouseover haben Besucher eures Blogs somit die Möglichkeit, Fotos direkt über ein kleines Pop-Up Fenster zu pinnen und entsprechend eure Bilder und damit euren Blog auf der Plattform zu verbreiten.

Je mehr Pins von einem Blog auf Pinterest kommen, desto stärker können sich deine Inhalte verbreiten, und desto höher die Chance, wertvollen Referral-Traffic zu generieren.Pinterest Spokesperson

Wichtig ist beim Einfügen der Fotos auf dem Blog zusätzlich, einen prägnanten und schlagwortkräftigen Beschreibungstext einzufügen – das ist besonders bei WordPress-Blogs sehr einfach umzusetzen.

Fotos pinnen

Follower generiert man auf Pinterest, wie bei den meisten anderen Netzwerken auch, am Besten durch regelmäßige und kontinuierliche Aktivität. Idealerweise wird täglich eine vorher festgelegte Zahl an Fotos gepinnt – für den Beginn sind 10-20 Pins ausreichend, für wen sich die Plattform als besonders hilfreich entpuppt, der sollte die Anzahl steigern. Format, Belichtung, Bildausschnitt – das sind die wichtigsten Faktoren bei der Auswahl von Fotos. Bilder sollten mindestens eine 20/80-Mischung aus eigenem und fremdem Content sein, die dem gleichen visuellen Muster folgen. Eigene Fotos sollten grundsätzlich über die Blogdomain gepinnt und nicht manuell hochgeladen werden. So wird automatisch der korrekte Link hinterlegt und Pinterest-Nutzer gelangen zur entsprechenden Seite.

ELLE Germany pinnt regelmäßig von der eigenen Website

Über die Pinterest Analytics lassen sich schnell diejenigen Pins ermitteln, die am Besten und am Schlechtesten performed haben. Erfolgreiche Pins kann man regelmäßig repinnen, schlecht performende Pins sollten aus den Boards entfernt werden. Da User nicht zwingend der Person und all ihren Boards folgen, sondern auch nur einzelnen, spezifischen Boards folgen können, ist ein Cross-Match aus beliebtesten Pins und beliebtesten Boards empfehlenswert. Gut performende Pins können auch auf mehrere Boards gepinnt werden, jedoch nicht doppelt auf einer Pinnwand.

Das Pinnen direkt vom Blog sollte im Anschluss an die Veröffentlichung des Blogposts als Routine etabliert werden. Auch mehrere Bilder eines einzelnen Posts können, aufgeteilt auf mehrere Tage, gepinnt werden. So bleibt der Blogpost längere Zeit relevant: Ein Pin bleibt etwa 15 Wochen lang relevant, während ein Posting bei Facebook nur 90 Minuten und ein Tweet nur 24 Minuten Relevanz verzeichnen (Quelle: Peg Fitzpatrick).

Rich Pins

Wer seinen Nutzern einen echten Mehrwert bieten möchte, der kann mit Rich Pins arbeiten. Es gibt vier Arten dieser Pins: Artikel-, Produkt-, Rezept- und App-Pins. Wie der Name sagt, sind diese Pins reich an Informationen, die dem Pin hinzugefügt werden. Beispielsweise kann ein Foodblogger über das Implementieren von Rich Pins dem Foto seines auf dem Blog geposteten Gerichts über Meta-Tags automatisch ein Rezept anheften, sodass der Nutzer direkt unter dem Pin eine Zutatenliste findet. Dieser Service ist für viele User sehr hilfreich und die Einfachheit und Übersichtlichkeit erhöht die Chance auf einen Pin.

Design Best Practice für Pins

Besonders hohe Chancen auf Engagement haben Pins, die den gestalterischen Richtlinien der Plattform folgen. Da die Plattform von 80% der Pinner mobil genutzt wird, macht es Sinn, dass vorwiegend Fotos im Hochformat gepinnt werden. Je länger ein Bild, desto besser – denn es nimmt mehr Raum ein und ist schwieriger zu übersehen. Laut Pinterest werden informative, hilfreiche Pins am Wahrscheinlichsten gepinnt.

Als Best Practice gelten […] Pins, die hilfreiche Text-Overlays tragen. Wenn du Bildmaterial für Pinterest gestaltest und hochlädst, achte jedoch unbedingt darauf, die richtige Quelle hinzuzufügen, zu der der Pin linken soll.Pinterest Spokesperson

Fotos mit Text-Overlays sind also keine Pflicht für zukünftige Blogposts, sondern können zusätzlich erstellt und manuell hochgeladen werden, um die Wahrscheinlichkeit des Re-Pinnens zu erhöhen. Wer der Gefahr aus dem Weg gehen möchte, dass Fotos von anderen Usern gespeichert und manuell hochgeladen werden und somit nicht unbedingt eine Verlinkung zur Ursprungsquelle vorhanden ist, der kann Wasserzeichen auf den Fotos hinterlegen, z.B. mit dem Bloglogo oder der Blog-URL. Um bestehenden Bloglesern die Möglichkeit zum direkten Pinnen zu geben, sollte – wie bereits zuvor genannt – der Pin-It-Button auf dem Blog integriert werden.

Timing

Pinterest wird oft zur Suche für aktuelle Trends in sämtlichen Bereichen genutzt. Ob die derzeitige Trend-Frisur, ein neuer Food-Trend wie Naked Cakes oder die aktuelle Pantone-Farbe des Jahres für die Wohnungseinrichtung – Pinterest bietet massenhaft Inspiration. Je früher man die Trends erkennt und daraus eigene Boards bastelt, desto besser. Nicht nur kann der eigene Blog, auf dem man über einen der Trends berichtet, schneller gefunden werden, sondern man kann aus den gehypten Pins auch relevanten Content für die eigene Plattform erstellen.

Besonders beliebt sind saisonale Themen. Auch hier spielt es keine Rolle, ob es um Feiertage und Festlichkeiten wie Valentinstag und Ostern geht, um ein saisonales Lebensmittel oder um einen saisonabhängigen Fashiontrend. Zu beachten ist hierbei: User benötigen Vorbereitungszeit für die Umsetzung der auf Pinterest gefundenen Inhalte. Deswegen müssen Blogbeiträge und entsprechend auch Pins etwa 3-4 Wochen vor Beginn der Saison auf Pinterest aktiviert werden.

Passend zum Start der Saison kann man Pins aus der Vorjahressaison repinnen.

Spezifische Pinnwände anlegen

Das Profil und die darauf erstellten Pinnwände sollten möglichst spezifisch angelegt sein. So zum Beispiel sollten Foodblogger nicht auf eine Frühstück-Pinnwand pinnen, sondern in eindeutigere Kategorien wie Waffeln, Toastbrot, Pancakes und Smoothie-Bowls herunterbrechen. Ein Fashionblogger wiederum kann ein Schuhe-Board zum Beispiel in Flats, Boots, Sneakers und High Heels aufteilen.

Spezifische Pinboards von Nicest Things

Es lohnt sich, allgemeine Pinnwände in mehrere spezifische Pinnwände aufzuteilen. Das erlaubt einen besseren Einblick in die Nischeninteressen der Zielgruppe.Pinterest Spokesperson