Mode-Bloggerin Nina Schwichtenberg von fashiioncarpet.com hat ihren Blog vor fünf Jahren ins Leben gerufen und zählt heute zu den bekanntesten Modebloggern Deutschlands. Mit ihrem einzigartigen Style, dem hochwertigen und authentischen Content und ihrer Individualität überzeugt sie mit einem professionellen Gesamtpaket nicht nur ihre Leserschaft, sondern auch uns. Die 26-jährige Münchnerin verriet uns im Interview das Erfolgskonzept hinter fashiioncarpet.com, wo sie ihre Modeinspirationen sammelt und welche Must-haves man diese Saison auf jeden Fall im Kleiderschrank haben sollte.

Stell dich unseren Lesern doch erstmal kurz vor.

Ich bin Nina Schwichtenberg und wohne und arbeite seit gut vier Jahren im schönen München. Ich bin gelernte Moderedakteurin, betreibe aber mittlerweile, gemeinsam mit meinem Freund und Businesspartner Patrick, meinen Fashion- und Lifestyleblog Fashiioncarpet.com hauptberuflich.

Wann hast du das erste Mal darüber nachgedacht deinen eigenen Blog zu starten und warum?

Die Idee kam vor über fünf Jahren während des Studiums. Patrick und ich haben in einer ziemlich langweiligen Studenten-Stadt gelebt und suchten damals beide einen Ausgleich zum Studium. Patrick wollte fotografieren, ich schreiben. So ist Fashiioncarpet 2012 als Hobby und aus purer Leidenschaft entstanden.

„Sehr viele Marken und Unternehmen setzen gerade nur auf Instagram, was meiner Meinung nach nicht immer die richtige Entscheidung ist.“Nina Schwichtenberg

Wie würdest du die Philosophie und den Inhalt deines Blogs beschreiben?

Fashiioncarpet.com steht für hochwertigen, authentischen und nahbaren Content. Patrick und mir ist es wahnsinnig wichtig, unser eigenes Ding zu machen und nicht mit sämtlichen Hypes mit zu schwimmen. Am Ende geht es um individuellen und kreativen Content, der zu mir und meiner Person passt.

Welche Auswirkungen denkst du hat Social Media auf deine Karriere?

Social Media ist ein Teil meines Berufs, allerdings legen wir den Fokus nach wie vor ganz klar auf den Blog. Ich finde es immer schwierig, sich von drittbestimmten Medien (mit undurchsichtigem) Algorithmus abhängig zu machen. Ich nutze meine Social Media Kanäle als Add-On und poste dort vermehrt Teaser für neue Blogbeiträge. Der Hauptcontent findet nach wie vor auf der Webseite statt, da ich mich hier einfach viel mehr ausleben kann – sowohl textlich als auch visuell. Den Hype um gewisse Social Media Kanäle kann ich daher nur bedingt verstehen. Sehr viele Marken und Unternehmen setzen gerade nur auf Instagram, was meiner Meinung nach nicht immer die richtige Entscheidung ist. Vielmehr sollte man versuchen, eine 360 Grad Coverage abzudecken und so Content vielseitig zu spielen und zu platzieren. Ein Blogpost ist langfristig so viel nachhaltiger, als es ein einziger Instagrampost je sein wird.

Wie lange hat es gedauert, eine professionelle Modebloggerin zu werden?

In meinem Fall hat es ca. 3 ½ bis 4 Jahre gedauert, wobei man hier sagen muss, dass es ein fortlaufender Prozess war. Man lernt über die Zeit immer wieder dazu, stolpert vielleicht auch mal und steht dann wieder auf. Für mich bedeutet Professionalität, dass man das Gesamtpaket mitbringt. Dazu gehören einfache Dinge wie erreichbar, zuverlässig und ehrlich zu sein. Außerdem sollte man eine gewisse Planung und Struktur haben. Professionell sein heißt vor allem auch mal unpassende Kooperationsanfragen abzusagen, weil man sich selbst und seine Leser kennt und schätzt.

„Das Leben besteht doch aus mehr als nur lockigem Haar, Macarons, pinken Himmeln und Avocados.“Nina Schwichtenberg

Welche Artikel und Themen kommen bei deinen Lesern am besten an und welcher Beitrag wurde am meisten diskutiert & kommentiert?

Einer der meist diskutiertesten Beiträge war einer aus meiner „Personal Stuff“- Kategorie. In dem Artikel schreibe ich über die (fehlende) Wertschätzung von kostenlosem Blogcontent. Hier wurde viel kommentiert, heiß diskutiert und Meinungen ausgetauscht. Meine Texte mit kritischen oder sehr persönlichen Themen mögen die Leute mit am meisten. Einfach, weil es dort mal um mehr als nur Bilder und Trends geht. Texte mit redaktionellem Tiefgang sind sehr beliebt. Ich habe aber jedoch das große Glück eine wahnsinnig tolle, liebevolle und reflektierte Leserschaft zu haben. Meine Leser interessieren sich, wie ich, für viele Dinge im Leben, sodass auch Artikel aus dem Mode- aber auch Beauty-, Lifestyle- und Reisebereich immer sehr gut ankommen.

Womit fotografierst du am liebsten? Und hast du eine Lieblings-App zur Bildbearbeitung?

Wir fotografieren 99% unserer Bilder mit unserer Spiegelreflexkamera. Einfach, weil wir mittlerweile einen gewissen Anspruch an unsere Bilder haben, für Qualität stehen und der Fokus eben auf dem Blog liegt. Dort gehören meiner Meinung nach einfach keine Schnappschüsse vom Handy hin. Auch wenn auf Apps wie Instagram meistens Handybilder besser ankommen, haben wir uns dafür entschieden eine einheitliche (Bild-)Qualität zu liefern. Ich bearbeite meine Bilder meistens am PC in Lightroom und nutze auf dem Handy nur die App VSCO.

Wie und wo sammelst du neue Modeinspirationen?

Online stöbere ich meistens bei Pinterest oder Instagram. Hier schaue ich, was es gerade so Neues gibt, welche interessanten Newcomer Labels relevant sind oder welche neuen Trendpieces gefragt sind. Offline besuche ich Fashion Weeks und Pressetage von Marken und Agenturen, um auch dort neue Trendimpulse zu bekommen. Allgemein ist mir immer wichtig, dass man sich inspirieren lässt und nicht eins zu eins kopiert. Ich versuche Trends und Pieces passend für mich zu adaptieren und umzusetzen. Besonders auf Instagram langweilt mich der momentane Einheitsbrei vieler Accounts. Das Leben besteht doch aus mehr als nur lockigem Haar, Macarons, pinken Himmeln und Avocados.

Welche Stadt ist deine Lieblings-Modestadt?

Ich glaube New York – einfach, weil hier alles geht.

Auf welche Teile kannst du in deinem Kleiderschrank nicht verzichten?

Auf meine Taschen und Schuhe – meine größten Schwächen.

Welches Trenditem sollte jede Frau in der kommenden Herbst-/Wintersaison besitzen?

Einen grau/weiß karierten Mantel oder Blazer und ein paar Sock Boots.

 

 

*Aktuelle Zahlen zum Redaktionsschluss

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