Der Goldene Schnitt, Phobien vor Asymmetrie und eine Vorliebe für Gleichförmigkeit – wir Menschen mögen alles, was harmonisch aussieht und einem erkennbaren Muster folgt. Kein Wunder also, dass Flatlays auf Bildplattformen, wie u.a. Pinterest und Instagram besonders hoch im Kurs stehen und bei den Followern sehr gut ankommen. Aber was sind Flatlays und wie gelingen sie am besten?

Wer auf der Instagram unterwegs ist, der wird des öfteren über Flatlays gestolpert sein; insbesondere in den Themenbereichen Food, Beauty und Fashion sind Flatlays beliebt. Das sind Bilder, die aus der Vogelperspektive aufgenommen wurden und ein Arrangement an Produkten zeigen, die zum Beispiel entweder zu einem einheitlichen Thema gehören, aus der gleichen Farbfamilie stammen oder ein Gericht in seiner Vielfalt perfekt in Szene setzen. Flatlays werden auch oft mit dem Hashtag #onmydesk versehen und sollen ein alltägliches Sammelsurium an Produkten auf einem Tisch suggerieren, die jedoch offensichtlich für das Foto so platziert wurden.

Flatlays sind enorm ansprechend für das Auge, da sie oft bestimmten symmetrischen Richtlinien folgen, und sind entsprechend beliebt bei Nutzern der Plattform. Auf Instagram gibt es unzählige Accounts (wie zum Beispiel @flatlays), die die schönsten Flatlays in Reposts verpacken – eine gute Möglichkeit für Influencer, von neuen potenziellen Followern entdeckt zu werden. Aber wie genau funktioniert das mit den Flatlays? Legt man Gegenstände zufällig auf den Boden und hofft auf das Beste? Oder gibt es vielleicht doch den ein oder anderen Trick, wie das perfekte Flatlay gelingt? Wir haben für euch nachgefragt und die besten Tipps gesammelt.

Farbliche Stimmigkeit

Egal zu welchem Thema, euer Flatlay sollte einem bestimmten Farbschema folgen. Legt euch auf zwei bis drei Farben oder eine Farbfamilie fest. Nutzt ihr nicht mehrere Nuancen einer gleichen Farbe, könnt ihr mit Komplementärfarben spielen, um Kontraste zu erzeugen, die trotzdem noch harmonisch sind. Zu viele Farben stören das Auge des Betrachters, wohingegen ein farblich abgestimmtes Foto Ruhe und Gleichförmigkeit ausstrahlt.

Gleichzeitig solltet ihr darauf achten, dass der Stil der Gegenstände zusammenpasst. Ihr zeigt eine Vintagekamera? Dann passt ein Paar High Heels nicht dazu – probiert dann lieber eine Kombination aus allem, was ebenfalls in die Kategorie Vintage passt: Polaroids, gegerbtes Leder und natürliche Farben. Zeigt ihr hingegen pinken Lippenstift und glänzende High Heels, passt alles, was etwas moderner ist (zum Beispiel ein iPhone, MacBook oder minimalistisches Notizbuch) besser dazu. Wichtig ist auch: Bei Tageslicht fotografieren – dann kommt euer Foto noch besser zur Geltung..

Der perfekte Hintergrund

Bevor man die Produkte arrangiert, muss der Hintergrund vorbereitet werden – neben einer weißen oder einer Naturholz-Tischplatte eignen sich vor allem Klebefolien oder Textilien wie Bettlaken oder Teppiche als Untergrund. In diesem Jahr haben wir besonders viele Marmor-Strukturen im Hintergrund von Flatlays gesehen; es muss aber nicht sofort ein Tisch mit Marmorplatte sein. Für kleines Geld gibt es die verschiedensten Folien online oder in Baumärkten zu kaufen. Damit kann man Abwechslung auf seinen Flatlays schaffen, ohne viel Geld ausgeben zu müssen.

Profis können es auch schaffen, verschiedene Hintergründe zu kombinieren und sorgen damit für eine optische Trennung der Produkte im Bild – oder man setzt damit einfach einen weiteren Akzent im Foto. Wer Anfänger im Bereich Flatlays ist, dem raten wir erstmal zu einem weißen Hintergrund. Wenn das Arrangement von Produkten und das Fotografieren dieser Artikel einmal geübt ist, kann man beginnen, mehr mit den Hintergründen zu spielen. Gut eignen sich übrigens auch aufgeschlagene Fachzeitschriften zum fotografierten Themengebiet – wichtig ist dabei nur, dass die gezeigte Seite nicht zu bunt ist.

On my desk 💕

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Die richtige Anordnung

Wer ein Flatlay ablichten möchte, muss sich bei der Anordnung klar werden: Möchte ich ein perfekt symmetrisches und geradliniges Flatlay gestalten oder soll das Foto zufällig und unwillkürlich angeordnet aussehen? Beides ist ansprechend für den Betrachter und für den Fotografen eine Herausforderung. Oft ist es einfacher, die Produkte einem genauen Muster folgend auszurichten – denn die Zielform, z.B. ein Quadrat, ist dann eindeutig und leichter für das Foto zurecht zu legen.

Wer unwillkürlich seine Produkte arrangieren will, der steht vor einer Herausforderung: Das Foto soll ästhetisch und nicht wild gewürfelt aussehen. Deswegen ist es oft von Vorteil, sich bestimmte Grenzen zu ziehen – zum Beispiel eine runde Tischkante als optische Trennlinie. Dann beginnt man mit dem größten Produkt oder mit demjenigen, das besonders im Fokus stehen soll. Die restlichen Produkte legt man nach und nach dazu. Hier hilft ein ständiger Blick durch die Kamera, ob die Ausrichtung noch optisch ansprechend ist.

Lake house escape essentials ☕️

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Unterschiedliche Texturen

Oft legt man sein Flatlay zurecht und stellt schnell fest: Obwohl die Farben stimmig sind und das Thema feststeht, fehlt das gewisse Etwas. Hier kann es oft helfen, wenn man zu verschiedenen Texturen greift, ohne dass man dabei wild in der Farbwahl wird. Im Bereich Fashion zum Beispiel, passen Strickpullover und feine Spitze bestens zusammen, kombiniert mit einer Jeans. Der Kontrast aus Spitze und Strick ist optisch interessant und bricht den Look des Fotos auf. Wer eher im Bereich Food unterwegs ist, kann das Holzschneidebrett in Kombination mit weißen Schüsseln ablichten oder zur cremigen Suppe ein paar Kräuterzweige neben dem Teller platzieren. Damit wird das Foto aufgelockert und wirkt optisch ansprechender.

Flatlays als Instagram-Starthilfe

Flatlays haben meist eines gemeinsam: sie zeigen viele verschiedene Produkte diverser Marken. Harmonisch arrangiert sind die Produkte ein echter Hingucker – und das dürfen die Marken auch gerne selbst sehen. Tagged deswegen stets die gezeigten Brands innerhalb eures Flatlays auf Instagram. So könnt mit nur einem Bild die Aufmerksamkeit vieler Marken auf euch lenken und zeigt den PR-Abteilungen gleichzeitig, dass ihr deren Produkte schön in Szene setzen könnt. Vielleicht entwickelt sich daraus ja die ein oder andere Markenkooperation?

Flatlays als Teaser nutzen

Der geübte Flatlay-Fotograf kann diese Form der Bilder nutzen, um Posts anzukündigen oder einen Vorgeschmack zu geben, was bald zu sehen sein wird. Im Bereich Fashion kann das zum Beispiel mit einem Flatlay des getragenen Outfits umgesetzt werden. Wer ein trendiges Make-Up auf seinem YouTube-Kanal zeigt, kann die genutzten Produkte vorab zu einem Flatlay arrangieren. Und wer einen Post über eine erfolgte oder anstehende Reise ankündigt, kann dazu ein Arrangement aus Weltkarte, Reisepass, Fotoapparat und Notizbuch gestalten. Das ist eine wunderbare Art, um nochmal eine andere Art von Foto mit den Followern zu teilen, ohne schon zu viel aus dem anstehenden Post zu verraten.

Weekend 👖💭💙 #ootd

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Wir finden, dass Flatlays eine tolle Methode sind, um eine andere Perspektive in euren Feeds zu erschaffen, neue Produkte ansprechend in Szene zu setzen und das harmoniebedürftige Auge eurer Fans und Follower immer wieder aufs Neue zu begeistern. Am Anfang bedarf es sicherlich etwas Übung, bis die richtige Anordnung als auch der richtige Hintergrund gefunden sind, aber wir ermutigen alle, sich mit unseren Tipps an die Vogelperspektive heranzuwagen.

Copyright: Das Titelfoto ist urheberrechtlich geschützt und Eigentum von Clarisse Meyer via Unsplash.