Überhaupt keine Kennzeichnung, #ad und #sponsored und schließlich die offiziell eingeführte Kennzeichnung über das Branded Content Tool von Instagram – wir haben auf vielen Instagram-Accounts von Influencern aus allen erdenklichen Bereichen schon jede der Optionen gesehen. Nachdem nun bereits die ersten Rechtsstreits entstanden sind, bei denen auf die gerichtliche Festlegung von offiziellen Verhaltens- und Vermarktungsrichtlinien auf Instagram gehofft wird, sind alle Beteiligten vermutlich sehr froh, nun auf das Branded Content Tool von Instagram zurückgreifen zu können.

Zusammenarbeit mit Marken auf Instagram

Instagram ist eine millionenfach genutzte Plattform, die sowohl von Privatpersonen als auch von Unternehmen genutzt wird, um Inhalte zu verbreiten. Da inzwischen mehr als 80% aller Instagram-Nutzer auch Unternehmensprofilen folgen, haben diese über die Plattform die Möglichkeit, mit Interessenten der Marke zu kommunizieren und zu interagieren. Entsprechend interessant ist es auch für Marken, mit Influencern zusammenzuarbeiten – schlau ausgewählt, können die Meinungsmacher ein Produkt oder eine Dienstleistung genau der richtigen Zielgruppe präsentieren und so für eine höhere Reichweite der Marke sorgen. Im besten Fall steigt neben Produktverkäufen auch die Brand Awareness und damit die Chance erfolgreichen Influencer Marketings (Quelle: Instagram for Business). Was bisher bei den Zusammenarbeiten fehlte war eine einheitliche Regelung, wie eine solche – meist bezahlte – Kooperation und Produktplatzierung in den Posts eines Influencers zu kennzeichnen sei. Hier setzt das Branded Content Tool an.

Die Features des Branded Content Tools

Das Branded Content Tool kann sowohl beim Teilen eines Fotos als auch in den InstaStories eingebunden werden. Direkt unter dem Accountnamen erscheint dann der Vermerk Bezahlte Partnerschaft mit… . Ersteller eines gekennzeichneten Posts können vor dem Veröffentlichen die Marke, mit der sie kooperieren, auswählen und direkt im Vermerk taggen. Die Follower sehen dann nicht nur eindeutig, mit welcher Marke zusammengearbeitet wurde, sondern das Unternehmen hat über die Seitenstatistiken auf Facebook zudem auch Einsicht in die Performance des Posts.

Zum Erstellen eines gekennzeichneten Posts geht der Accountinhaber zunächst wie gewohnt vor: Er lädt ein Foto hoch und bearbeitet es gegebenenfalls. Bei der Texterstellung und den Funktionen für das Verlinken von Accounts sowie der Auswahl weiterer Social Media Kanäle findet sich auch ein Button Erweiterte Einstellungen. Mit einem Klick auf diesen gelangt man zu einem kleinen Untermenü, in welchem man den Geschäftspartner suchen und auswählen kann. Damit ist er im Post getagged und transparent als Werbender für alle erkenntlich. In den Stories kann die Kooperation über den Link-Button als solche gekennzeichnet werden.

Branded Content für mehr Transparenz auf Instagram

Während die Funktion derzeit zunächst nur für verifizierte Accounts nutzbar ist, sorgt sie doch schon klar für Transparenz in der Community. Ein fester Platz für die Kennzeichnung ist gegeben und Nutzer müssen nicht mehr die Hashtags durchsuchen, um Klarheit über den Ursprung des Posts zu bekommen. Zuletzt hat die Verurteilung der Drogeriekette Rossmann in Deutschland, begründet durch unzureichende Kennzeichnung von Kooperationen mit Influencern, die Notwendigkeit eines einheitlichen Tools deutlich gemacht.

Wir sind hoffnungsvoll, dass Influencer die Funktion gerne nutzen, um ihr geschäftliches Handeln auf der Plattform einsehbarer zu machen. Wir wünschen uns, dass im nächsten Schritt dann – analog zum Branded Content von Facebook – aus der Option das Tool zu nutzen, durch offizielle Policies eine Verpflichtung für alle Beteiligten wird. Nun bleibt noch zu hoffen, dass es bald auch eine international gültige Regelung geben wird. Bisher betraf der Rechtsstreit und die daraus resultierenden festgelegten Verpflichtungen nur deutsche Influencer – das Tool von Instagram ist aber international nutzbar, nur eben nicht in allen Ländern verpflichtend. Das Branded Content Tool übersetzt den Hinweis Bezahlte Partnerschaft mit … in die Sprache des jeweiligen Nutzers und sorgt somit für gleiche Transparenz für alle – sofern es denn genutzt wird.