Innerhalb von einem Jahr hat sich Erik Scholz mehr als 60.000 Follower auf seinem Instagram-Profil aufgebaut. Er arbeitet mit großen Brands zusammen, jettet mit den Szene-Bloggern von Fashion Week zu Fashion Week, ist aus seinem 80-Einwohner-Dorf nach Berlin gezogen und wurde dieses Jahr vom Grazia Magazin zum „Influencer of the Year“ gekürt. Auch unser Interesse hat der junge Modeblogger mit seinen frechen roten Haaren geweckt, sodass wir ihn zum Interview gebeten haben.

Erzähl doch zuerst einmal ein bisschen über dich und stell dich vor.

Ich bin Erik, 19 Jahre alt und blogge seit zwei Jahren hauptberuflich auf www.erikschlz.com. Ich komme ursprünglich aus Sachsen, wohne aber seit einem Jahr in Berlin.

Bist du fürs Studium nach Berlin gezogen?

Tatsächlich denken alle, dass ich wegen des Bloggens nach Berlin gezogen bin. Der eigentliche Grund ist aber tatsächlich mein Modemanagement-Studium. Weiterhin bin ich ein riesiger Berlin Fan und könnte mir zur Zeit keine andere deutsche Stadt zum Wohnen vorstellen.

„Ich denke, dass der Award ein gutes Sprungbrett für meine „Blogger- Karriere“ war, aber bei langem nicht der einzige Punkt zum „Erfolg“ gewesen ist.“Erik Scholz.

Vor nun knapp fünf Jahren hast du dich bei Instagram angemeldet und vorerst Bilder aus deinem alltäglichen Leben geteilt. Was hat dich dazu inspiriert mit dem Bloggen anzufangen?

Die Outfit Posts kamen tatsächlich mit der deutschen „Blogger Welle“, d.h. Caro Daur, Nina Süß, Farina Opoku und viele weitere waren meine Inspirationen, um mit derartigen Posts anzufangen.

Im April 2017 hast du dann den Germany’s Next Influencer Award von H&M und GRAZIA gewonnen. Wie kam es überhaupt zu deiner Bewerbung?

Das ist tatsächlich  eine ziemlich lustige Angelegenheit. Ich habe nach meinem Abitur im Maschinenbau gearbeitet und habe in meiner Mittagspause einen Hass-Artikel über den oben genannten Award gelesen. Nachdem ich den Artikel durch hatte, habe ich mir gedacht „Och, da mach ich einfach mal mit“. Letztendlich bin ich also über einen Hass-Artikel zur Teilnahme gekommen.

Was hat sich seitdem in deinem Leben geändert?

Seit diesem Punkt hat sich so gut wie alles verändert. Ich denke, dass der Award ein gutes Sprungbrett für meine „Blogger Karriere“ war, aber bei langem nicht der einzige Punkt zum „Erfolg“ gewesen ist. Natürlich kam durch den Gewinn viel Medienpräsenz auf mich zu, besonders direkt nach dem Award. Da ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Berlin gewohnt habe, stand für mich erst einmal der Umzug an. So war das letzte Jahr bzw. die Zeit ab dem Award eine reine Achterbahnfahrt der Gefühle. Tausende Events, das Coachella Festival, Reisen zu den internationalen Fashion Weeks, mein begonnenes Studium, eine komplett neue Heimat und noch vieles mehr.

Wie bekommst du dein Studium und das Bloggen unter einen Hut?

Ehrlich gesagt bekomme ich das ziemlich gut hin, natürlich leidet Instagram und der Blog während der Klausurphasen, jedoch muss ich das einfach in Kauf nehmen. Man benötigt natürlich eine bestimmte Disziplin und darf E-Mails, Fotos bearbeiten und Texte schreiben nicht als lästige Arbeit ansehen.

Hast du eine tägliche Arbeitsroutine?

Wenn ich in meiner Uniphase bin, habe ich diese Routine tatsächlich. Ich stehe auf, gehe zur Uni, begebe mich dann im besten Fall ins Fitnessstudio und anschließend werden Outfits fotografiert sowie im Anschluss zu Artikeln und Instagram Posts verarbeitet. Danach muss ich meistens noch etwas für die Uni machen und gegen 20 Uhr stehen dann meist Events an.

Auf welche Zusammenarbeit bist du besonders stolz? Was war bis jetzt dein aufregendstes Projekt?

Diese Frage bekomme ich relativ oft gestellt und ich kann sie leider nicht genau beantworten. Im Moment ist es so, dass ich mir meine Kooperationspartner glücklicherweise aussuchen kann und daher nur Zusammenarbeiten eingehe, die mir persönlich auch Spaß machen. Beispiele dafür wären zum Beispiel H&M oder die Influencer Marketing Plattform Collabary, über welche ich ziemlich viele Zusammenarbeiten abwickele.

Welchen Rat würdest du jemandem geben, der auch in der Branche anfangen möchte?

Erst einmal möchte ich sagen, dass es auf jeden Fall möglich ist jetzt noch anzufangen. Es muss einem nur bewusst sein, dass es nicht einfach wird. Ich denke, es ist besonders wichtig in eine bestimmte Nische auf Instagram einzusteigen, Vintage- und Tumblr-inspirierte Accounts kommen zur Zeit super gut an und ich bin mir sicher, dass diese auch noch lange so erfolgreich sein werden. Außerdem MUSS man Charakter zeigen, um seine Follower an sich zu binden und auf längere Zeit eine starke Community um sich herum aufzubauen.

60.000 Menschen bewundern dich bei Instagram. Wer begeistert dich?

Ich muss sagen, dass mich die Leute  begeistern, die ihr eigenes Ding durchziehen ohne dabei zu meckern oder sich andauernd zu beschweren. Egal ob erfolgreiche Blogger, meine Freunde oder auch meine Eltern, welche beide absolute Arbeitsmenschen sind, sich aber nie über ihre Tätigkeiten beschweren, sondern ihre Arbeit einfach gerne und mit Leidenschaft ausführen. Das finde ich besonders inspirierend!

Mit welchen drei # würdest du deinen Style beschreiben?

#confident #streetstyle #diversified

Verrate uns noch kurz deine Fashion-Items, auf die du diesen Winter nicht verzichten kannst.

Zum einem MUSS man einen camelfarbigen oder „Teddy“ Mantel in seinem Kleiderschrank haben. Weiterhin sind ein paar schwarze Boots und ein schlichter Fransenschal à la Acne meine absoluten Favoriten.

 

*Aktuelle Zahlen zum Redaktionsschluss

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