Auf der Suche nach kreativem Content für unsere Reposts sind wir auf Kati Bodens Instagram-Kanal gestoßen und waren gleich gefesselt von ihrem Fotografiestil sowie von ihren unglaublich ansprechenden Food-Kreationen. Durch ihre Kameralinse schafft sie es, den perfekten Moment und das Ambiente so einzufangen, dass uns beim Scrollen durch ihren Instagram Feed das Wasser im Mund zusammenläuft. Wir wollten mehr über Kati Boden herausfinden und haben die wanderlustige Deutsche kontaktiert. In unserem Interview berichtet sie über ihr aufregendes Leben in den verschiedensten Städten und lässt uns an ihrem spannenden Werdegang teilhaben. Wenn ihr also wissen möchtet, wieso sie schon als Kleinkind durch die Welt gereist oder wie sie zur professionellen Food-Fotografie gekommen ist, dann seid gespannt und lest einfach selbst…

Stell dich doch erst einmal vor und erzähl uns ein wenig über dich.

Vielen lieben Dank für die Einladung zum Interview. Mein Name ist Kati und im Internet bin ich wohl vor allem unter dem Instagram-Namen @blackwhitevivid bekannt. Seit Anfang diesen Jahres bin ich endlich Vollzeit-Fotografin, wobei meine Projekte weit über die Beschreibung eines Fotografen hinausgehen. Geboren wurde ich in Stralsund, habe aber den Großteil meiner Jugend in Rostock an der Ostsee verbracht. Nach dem Abitur bin ich zum Studieren direkt ins Ausland gegangen und wie man so schön sagt „the rest is history“. Während des Studiums habe ich in fünf Ländern gelebt, einen Bachelor- und zwei Masterabschlüsse in BWL sowie Marketing absolviert und dann schließlich bei einem großen US-Konzern meine berufliche Karriere gestartet. Glücklicherweise hatte das Schicksal andere Pläne mit mir, sodass ich nach fast drei Jahren in Deutschland wieder meiner Reiselust verfallen und zusammen mit meinem Partner nach Hong Kong gezogen bin. Inzwischen leben wir aber in Dubai, wobei wir auf dem Weg hierher noch ein paar Jahre in Kairo sowie Istanbul verbracht haben. In dieser Zeit habe ich meine Liebe zur Fotografie sowie zum Bloggen entdeckt, jedoch nie gedacht, dass dies einmal mein Hauptberuf sein könnte. Neben Fotoaufträgen teile ich Rezepte sowie Reisetipps auf meinem Food- und Travel-Blog blackwhitevivid.com, organisiere Workshops sowie Gatherings und führe einen kleinen Onlineshop für meine Lightroom Presets.

Auf deinem Blog habe ich gelesen, dass du im Alter von sechs Jahren das erste Mal für längere Zeit im Ausland warst. Wie kam es dazu?

Meine Familie ist schon immer sehr reiselustig gewesen. Da ich jedoch ein Kind der DDR bin, konnten wir in meiner frühen Kindheit kaum reisen. Nachdem die Mauer fiel, waren wir dann in den Ferien ständig unterwegs. Meine Eltern hatten immer ein extrem großes Vertrauen in mich und so war es total verständlich, dass ich mit sechs Jahren ins Ferienlager nach Polen ging. Oder dass ich mit elf Jahren gemeinsam mit einer Freundin zu einer Sprachreise nach England flog und wir anschließend in London allein auf Sightseeing Tour gingen. Bis heute bin ich extrem dankbar für die Offenheit sowie das Vertrauen meiner Eltern, denn diese Erfahrungen haben mein Leben stark geprägt und meine Lust auf das Reisen erst so richtig hervorgerufen.

Mittlerweile fühle ich mich im Ausland wohler als in der gewohnten Heimat. Zurzeit kann ich mir kaum vorstellen, dass ich mein Expat-Leben einmal gegen ein sesshaftes Leben in Deutschland eintauschen möchte. Ich mag meine Heimat sehr gerne, aber ich denke auch, dass es auf dieser Welt zu viel zu sehen sowie zu entdecken gibt, um immer am gleichen Standort zu leben.

Du hast bereits in so vielen Ländern gewohnt und gearbeitet. Sprichst du dementsprechend auch so viele Sprachen?

Seit über zehn Jahren ziehe ich im Schnitt alle ein bis zwei Jahre in ein neues Land. Da reicht die Zeit leider kaum aus, um eine neue Sprache zu lernen. Meistens weiß ich nur wichtige Wörter um z.b. einkaufen zu gehen oder im Taxi die Richtungen anzusagen. Glücklicherweise sprechen inzwischen viele Menschen auf der Welt Englisch, ich kann aber auch etwas Spanisch, Holländisch, Französisch sowie Schwedisch. Im Laufe der Jahre habe ich außerdem die internationale Sprache der Mimik und Gestik gelernt. Wenn man sich darauf einlässt sowie lernt, Menschen etwas besser lesen zu können, dann kommt man extrem weit mit seinen Händen und Füßen. Ich habe knapp 75 Länder besucht und ich kann mich an keinen Ort erinnern, wo ich einmal aufgrund der Sprache auf ernsthafte Probleme gestoßen bin. Die meisten Menschen sind extrem zuvorkommend und versuchen alles, um dir irgendwie weiterhelfen zu können.

Zur Zeit lebst du in Dubai – einer wunderschönen, lebhaften Stadt. Wie bist du nach Dubai gekommen?

Ich bin aufgrund des Jobs von meinem Partner nach Dubai gekommen. Er arbeitet für einen britischen Konsumgüterhersteller, der es uns ermöglicht, dass wir an so vielen verschiedenen Standorten leben können. Meine Begeisterung für Dubai war anfangs nicht sehr groß und ich wollte erst nicht hierher ziehen, sondern hätte eine andere Stadt bevorzugt. Wir haben bei der Standortwahl immer das letzte Wort, aber nach einem Besuch im Herbst war ich auf einmal völlig begeistert von Dubai. Seitdem versuche ich über meinen Blog, meine Fotografie sowie meinen Instagram Account Eindrücke zu teilen, die fernab von der bekannten Glitzerwelt sind. Dubai besteht nicht nur aus Hochhäusern und Sand. Dubai hat tatsächlich eine extrem interessante junge Kulturszene, die sich hier gerade entwickelt und so kaum anderswo auf der Welt zu finden ist. Es ist eine Stadt, in der die unterschiedlichsten Kulturen, Religionen sowie Nationen aus der ganzen Welt friedlich zusammen leben und zusammen arbeiten. Dadurch entsteht ein toller Mix aus lokalen Design-Produkten, sozialen Initiativen und auch aus Kreativ- und Essensangebote.

Erzähl uns ein wenig mehr über Dubai und einen „typischen“ Tag bei dir?

Bis Ende letzten Jahres habe ich von zu Hause aus in Vollzeit für ein deutsches Unternehmen gearbeitet. Ich hatte das große Glück nach meinem Umzug nach Hong Kong bei dieser Firma anfangen zu können, da es extrem schwierig ist, immer wieder einen neuen Job an den jeweiligen Standorten zu finden. Da sich aber mein Blog sowie meine Fotografie in den letzten ein bis zwei Jahren stetig weiterentwickelt haben, habe ich Anfang diesen Jahres entschieden, dass ich mein eigenes Unternehmen gründe und nur noch für meine Projekte arbeite. Seitdem sieht kein Tag aus wie der andere, da ich zur Zeit noch sehr viel ausprobiere und quasi täglich entscheide, wohin die Reise mit meinem Unternehmen gehen soll. Meistens gehe ich morgens in ein Café in der Nähe, um von dort ein paar Stunden am Laptop zu arbeiten – d.h. E-Mails beantworten, an neuen Produkten für meinen Onlineshop arbeiten sowie administrative Aufgaben erfüllen. Ich versuche momentan noch so viel wie möglich zu Fuß zu organisieren, da es in ein paar Wochen aufgrund der Hitze quasi nicht mehr möglich sein wird tagsüber draußen zu sein. Dann werde ich mehr aufs Autofahren angewiesen sein. Am Nachmittag habe ich des Öfteren Meetings mit Leuten aus Dubai, die ich über Instagram kennengelernt habe. So sehr ich Instagram manchmal als Plattform kritisiere, so sehr schätze ich es auch. Egal wohin ich ziehe oder selbst wenn ich einfach nur auf Reisen bin, es gibt immer jemanden, der Tipps hat oder sich auf einen Kaffee treffen möchte. Oft entstehen daraus dann Freundschaften oder aber neue Business-Projekte.

Wann hast du das erste Mal darüber nachgedacht einen eigenen Blog zu starten?

Nachdem ich von Hong Kong nach Kairo gezogen bin, musste ich feststellen, dass es viele meiner Lieblingsprodukte wie Nussbutter, Mandelmilch usw. dort nicht gab. Ich habe dann erstmals angefangen vermehrt zu kochen sowie vieles selbst herzustellen. Davon habe ich dann Bilder gemacht und irgendwann angefangen, diese auf Instagram zu posten. Anfangs waren das vor allem einfache Gerichte wie Smoothie Bowls sowie Granola. Nachdem dann ein Interesse von meinen Followern für die Rezepte da war, habe ich angefangen diese auf meinem Blog zu posten. Es war ein langer Weg von damals bis heute und viel hat sich am Look sowie den Inhalten auf meinem Blog geändert. Die Grundidee eines Food- sowie Reiseblogs ist jedoch immer geblieben.

Beschreibe uns doch die Idee hinter deinem Blog.

Ich bin mir bewusst, dass ich in einer glücklichen Lage bin. Dass ich so viel reisen und dadurch alle möglichen Kulturen für mich entdecken kann. Der Blog soll letztendlich als Plattform dienen, um diese Erfahrungen in Form von Rezepten sowie Reiseberichten zu teilen. In den letzten zwei Jahren habe ich damit angefangen nur Rezepte zu teilen, die ich auf meinen Reisen kennengelernt habe. So habe ich auch immer eine Geschichte sowie persönliche Anekdoten aus den jeweiligen Ländern zu erzählen. Für mich ist es extrem wichtig, dass meine Leser mehr von der Welt kennenlernen. Vielleicht wird so auch das ein oder andere Vorurteil abgebaut und ein Land sowie seine Kultur mal von einen anderen Seite gesehen. Ich bin fest davon überzeugt, dass jeder Ort auf unserer Welt etwas Schönes sowie Magisches an sich hat und genau das versuche ich auf meinen Reisen zu finden sowie zu teilen.

Betreibst du deinen Blog hauptberuflich?

Ich betreibe meinen Blog hauptsächlich aus Leidenschaft. Ich verdiene damit direkt kein Geld, sondern nutze ihn eher als Marketingkanal, um auf meine Arbeit aufmerksam zu machen. Es ist auch nicht mein Ziel dies zu ändern, denn so müsste ich mehr Zeit von meinen Fotografie-Aufträgen, Workshops sowie meinem Onlineshop wegnehmen und diese Themen stehen bei mir zur Zeit mehr im Fokus. Grundsätzlich fällt es mir auch schwer, meine Arbeit zu vermarkten sowie z.B. an Marken für Sponsorships heranzutragen. Ich bevorzuge es, meine eigenen Inhalte zu kreieren und habe mich vor ca. einem Jahr bewusst dagegen entschieden, Produkte von Firmen auf meinen Kanälen zu promoten. Das mache ich nur in wenigen Ausnahmen und wenn ich mir das Produkt sowieso schon gekauft habe oder kaufen wollte. So habe ich mehr kreative Freiheit und kann mich umso mehr auf meine Rolle als Fotografin konzentrieren.

Wie kommst du immer auf neue Rezeptideen?

Durch meine Reisen lerne ich immer wieder neue Gerichte kennen. Meistens sind diese aber keine vegetarischen oder veganen Rezepte. Auf meinem Blog poste ich daher oft meine Version der Speisen, d.h. ich veganisiere das Essen. Dadurch entstehen oft neue Ideen – und ich liebe es Neues auszuprobieren sowie in der Küche zu experimentieren. Dabei steht immer der Genuss an erster Stelle. Einige Rezepte kann man einfach nicht ohne Eier oder Fleisch kochen, davon lasse ich dann die Finger und suche mir lieber andere lokale Genüsse, die entweder oft schon vegan oder einfach abzuändern sind.

Weißt du schon wo es für dich als nächstes hingehen wird? Oder ist Dubai nun deine Heimat?

Wir werden jetzt erst einmal hoffentlich zwei bis drei Jahre in Dubai bleiben. Und dann ist der ganze Prozess oft sehr spontan und kurzfristig – wir wissen nicht selten erst drei bis vier Wochen vor dem Umzug wo es hingehen wird. Ich persönlich würde gerne irgendwann mal wieder in Europa leben, z.B. in Italien oder Frankreich. Aber ich habe auch nichts dagegeben, bis dahin noch weitere Teile von Asien, Afrika oder Südamerika zu erkunden.

Hast du ein Lieblingsessen oder -rezept?

Ich koche selten das gleiche Rezept zweimal. Aber es gibt ein paar Grundrezepte, die ich in ihren verschiedenen Versionen auf der ganzen Welt liebe zu essen. Zum Beispiel Pfannkuchen oder Eierkuchen, wie man in meiner Heimat sagt: Von American Pancakes über französische Galette oder vietnamesische Bánh Xèo. Das gleiche gilt für gefüllte Teigtaschen – Empanadas aus Argentinien, Maultaschen aus Deutschland, italienische Ravioli oder chinesische Dim Sum. Diese Sachen könnte ich jeden Tag essen.

Wir werden Katis Werdegang sowie ihre aufregende Reise durch die Welt weiter verfolgen und sind gespannt, wie der Weg für Kati weitergeht. Wenn auch euch die Entwicklung von Kati Boden interessiert, dann begleitet sie auf ihrem Weg – am besten auf ihrem Blog sowie auf ihrem Instagram Channel.

 

*aktuelle Zahlen zum Redaktionsschluss

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