Fashion und Lifestyle Bloggerin Marina the Moss legt ganz klar den Fokus ihres Blogs auf wertigen und authentischen Fashion-Content. Aber auch die Themen Fitness und „Clean Eating“ spielen eine große Rolle in ihrem Leben. Die gelernte Designerin nutzt Instagram vom ersten Tag an und uns hat sie in einem persönlichen Interview verraten wie sie die Entwicklung der Social Media Plattformen empfindet und wie sie zum Thema Reichweite als Gradmesser für Buchungen von Influencern steht.

Was zeichnet Dich persönlich als Fashion Blogger aus?

Das kann man von sich selbst immer nur schwer sagen. Ich bin einfach ich und zeige dies auch auf meinen Social Media Kanälen. Gerne morgens nach dem Aufstehen mit zerzausten Haaren, ungeschminkt oder mal auch genervt über den faulen Postboten 🙂

Verrätst Du uns wo Du Deine schönsten Modeschätze findest?

Da ich seit mehr als zehn Jahren gerne Second-Hand kaufe, habe ich in jeder Stadt alle Vintage Shops im Auge. Am liebsten shoppe ich Vintage in Brooklyn, New York. In Kopenhagen habe ich vor einiger Zeit einen wahnsinnig guten Store entdeckt und gleich einiges für meinen Kleiderschrank mitgenommen. In Miami gibt es einen gigantischen Vintage Laden, in welchem ich gut und gerne Stunden verbringen kann und gerade erst in L.A. habe ich für meinen Rückflug sogar einen neuen Koffer kaufen müssen, damit meine Einkäufe mit nach Deutschland kommen konnten.

Auf keines dieser Stücke möchte ich in meinem Kleiderschrank mehr verzichten, denn meine Second Hand Schnapper, die ich weltweit ergattern konnte, hüte ich wie einen Schatz.

Die Social Media Welt entwickelt sich aktuell super schnell. Du bist nun schon eine Weile im Geschäft und hast über Jahre die Entwicklung hautnah miterlebt. Was sagst du zu den Veränderungen des Networks in den letzten Jahren?

Instagram selbst nutze ich nun mehr als vier Jahre. Also besser gesagt seit dem ersten Tag als die App in Deutschland verfügbar war. Natürlich hat sich die App über diese Zeit komplett geändert. Der Stil der Accounts, die Professionalität und das Gesamtbild. Es ist bei mir zentraler Bestandteil meiner Arbeit, denn über Instagram erhalte ich das meiste Feedback durch meine Follower und bemerke das deutlich größere Interesse an meinen Inhalten. Die Instastories verstärken diese Rückmeldung nochmal enorm. Dabei ist es natürlich auch etwas gefährlich sich auf einzelne Social Media Apps zu verlassen. Wir haben alle gesehen, wie schnell Snapchat aus dem Nichts kam und aus meiner Sicht fast schon wieder weg ist. Das kann ich bei Instagram nicht ausschließen und bin somit wie viele andere sehr angewiesen auf die Plattform und deren positive Weiterentwicklung.

Wir vertreten den Standpunkt, dass der Indikator Reichweite alleine für Entscheidungen der Budgetverantwortlichen seitens Brands und Agenturen nicht ausreichend ist. Zudem denken wir, dass reine Produktendorsement zwar bei sehr kleinen Influencern durchaus ein probates Mittel sein können, aber ab einer gewissen Reichweite keine Option mehr sein sollte. Eine faire und leistungsgerechte Bezahlung sollte hier langfristig Marktstandard werden. Wie stehst du dazu?

Sehe ich ganz genau so! Immer wieder stolpere auch ich über kleine Accounts, die aber oftmals noch professioneller und einzigartiger sind als viele andere Große. Es gibt viele tolle Girls, die sehr kreativ sind und perfekte Arbeit abliefern. Genau diesen sollte man auch Beachtung schenken und sie ebenso in Kooperationen einbeziehen.

Zahlen sind nicht alles und bei den kleineren Accounts ist die Interaktionsrate oftmals auch höher und eine super Fanbase vorhanden. Marina the Moss

Wenn große Brands nur reine Produktendorsements machen wollen, um Kosten zu sparen, ist das natürlich verständlich. Solange es funktioniert mag das auch eine valide Strategie sein. Nur ist die Frage, welche Qualität sie dafür bekommen und wie demzufolge sich auch das Markenbild und die Wertigkeit entwickelt. Ich denke, dass man professionelle kreative Arbeit auch bezahlen sollte, um auf Dauer erfolgreich zu sein.

Was würdest du dir für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit einer Brand oder Agentur wünschen?

Da die Branche noch so neu ist und sich erst in den letzten 2 Jahren angefangen hat zu strukturieren, bin ich immer froh, wenn ich merke, das sich Brands und Agenturen mit dem Thema auseinandergesetzen und die Zusammenarbeit nicht als zusätzliche Plakatwerbung und den Influencer als günstiges Model mit dem Bonus Reichweite sehen. Influencer sind selber Marken und oft müssen das die Partner erst verstehen. Wenn dann noch Fachwissen, Verbindlichkeit und Professionalität stimmen bin ich total glücklich.


 

*Aktuelle Zahlen zum Redaktionsschluss

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