Wir haben uns in der wunderschönen Hauptstadt Berlin an einem angenehmen Herbsttag mit dem jungen Modeblogger Kevin Elezaj auf einen Kaffee verabredet. In Berlin-Mitte trafen wir den 23-jährigen Österreicher im Distrikt Coffee für ein nettes Gespräch und Shooting. Es wurde schnell klar, dass Kevin nach Berlin gekommen war, um seinen Traum vom selbständigen Leben zu verwirklichen und seine Euphorie für die hippe Metropole hat uns regelrecht mit angesteckt. Es ist erstaunlich, wie mühelos und doch zielstrebig er sich den Aufgaben des Alltags stellt.

Wir wollten mehr über Kevin erfahren, der mit Anfang 20 den Schritt in die Selbständigkeit gewagt hat und sich als Blogger ein neues Leben in der hektischen Großstadt aufbaut. Dazu und noch zu vielem mehr haben wir ihn in unserem Interview befragt, doch lest am besten selbst.

Warum hast du dir ausgerechnet Berlin als deine neue Heimat ausgesucht?

Ich war mit zwei Kumpels schon mal in Berlin, das war ungefähr vor vier Jahren und es waren nur drei Tage, aber wir hatten irgendwie eine geile Zeit hier. Berlin hatte was und es zieht ja auch viele junge Leute an und für mich war irgendwie klar, dass ich mal aus Österreich raus will. Generell kam Wien auch nicht infrage für mich, ich wollte wirklich raus aus Österreich. Und es war immer dieser Wohlfühlfaktor in Berlin, dann habe ich hier ein paar Leute kennengelernt, die es mir auch wirklich erleichtert haben, in der Stadt anzukommen. Ich bin vorher noch nie umgezogen und dann gleich nach Berlin, das war natürlich schon ein großer Schritt für mich.

Erzähl doch mal wo genau du aus Österreich herkommst und warum du dort weggezogen bist?

Ich komme aus Linz in Oberösterreich, ich war da aber einfach nicht mehr so zufrieden. Linz ist halt eine Stadt mit 200.000 Einwohnern und ich hatte das Gefühl, man hat dort nicht so den weiten Blick – es geht alles straight nach Regeln und das ist halt nichts für mich, denn ich bin schon eher so ein Freigeist.

Würdest du sagen, dass es hier eine Konkurrenz zwischen Bloggern gibt oder hast du eher neue Freunde dazu gewonnen?

Ich bin jetzt nicht mit dem Ziel nach Berlin gekommen, um vom Bloggen zu leben, das ist alles von alleine gekommen. Wir haben in Österreich krass viel Content produziert und uns da reingefunden. Uns war auch nie so bewusst, dass das Bloggen jetzt voll der Trend ist.Wir haben halt einfach das gemacht, worauf wir Bock hatten. Klar und dann haben wir natürlich auch in Berlin viele kennengelernt, die das Gleiche machen. Zu der Zeit habe ich aber auch ganz normal gearbeitet und das mit meinem Blog ging auch eigentlich erst seit Berlin stetig bergauf. Es kam dann alles mit der Zeit, ich habe einfach immer weiter gemacht – aber nie mit dem Druck dahinter, dass ich in drei Monaten davon leben muss.

Kannst du mittlerweile davon leben oder bloggst du immernoch nur nebenbei?

Seit September 2016 bin ich hier und habe anfangs noch als Angestellter in der Gastronomie gearbeitet. Mit dem Blog, das habe ich nur nebenbei gemacht und versucht damit Geld zu verdienen, aber zu der Zeit war das noch ein Hobby. Ein halbes Jahr habe ich das dann beides parallel durchgezogen, aber ich habe dann schnell gesehen, dass das für mich keinen Sinn mehr macht, da ich mit einem Post genau so viel wie mit einem Monatsgehalt verdienen konnte. Ich wollte halt das machen, was ich will und ich dachte mir, wenn nicht jetzt, wann dann? Seit März diesen Jahres bin ich komplett umgestiegen und seitdem geht es auch nur noch bergauf.

Es war für mich die komplett richtig Entscheidung nach Berlin zu gehen und dann auch das mit dem Bloggen durchzuziehen.Kevin Elezaj.

Wie lange betreibst du schon deinen Instagram Kanal? Deinen Blog hast du ja erst später gelauncht.

Instagram habe ich schon seit Ende 2012. Ich habe halt, wie jeder, angefangen mit Handyfotos, aber das war uns dann einfach zu wenig und wir haben uns gesagt, lass uns eine Kamera holen. Und so haben wir uns da immer mehr rein gefunden und immer mehr Inhalte gepostet. Meinen Blog habe ich erst 2014 gegründet, den dann aber häufiger geändert, denn ich war nie so richtig zufrieden. Jetzt im Juli habe ich noch mal alles neu gemacht und mehr Struktur reingebracht – gerade auch, weil ich das ja jetzt hauptberuflich mache.

Kannst du uns erzählen, welche Themenbereiche du genau auf deinem Blog abdeckst?

Angefangen habe ich tatsächlich nur mit Mode, mit Outfits und dann ging es über in die komplette Lifestyle-Schiene. Jetzt konzentriere ich mich auch noch mehr auf Travel und seit Kurzem auch auf das Thema Gesundheit, denn das war auch schon immer ein wichtiges Thema für mich. Ich will den Leuten alles zeigen, auf was ich Bock habe und da gehört für mich dann auch noch Fitness und Food dazu. Das mache ich inzwischen auch vermehrt über Stories. Wie zum Beispiel, was ich zu Hause koche, alles was für mich gut ist – solche Inhalte zeige ich jetzt immer mehr.

Du hast jetzt schon häufiger von mehreren Leuten gesprochen, vielleicht kannst du uns erzählen, mit wem du zusammen arbeitest?

Also ich kann sagen, dass ich 70-80% der Arbeit mit Richy Koll zusammen mache, früher in Österreich war es sogar noch mehr. Das ist mein bester Kumpel, wir sind gemeinsam aufgewachsen, kennen uns schon seit 13 Jahren und mit ihm habe ich alles gemeinsam aufgebaut. Er ist selber auch Blogger und wir haben schon immer gegenseitig Bilder von uns gemacht. Das war schon immer eine Win-Win-Situation für uns, auch jetzt, wenn ich auf Reisen bin, mache ich hauptsächlich alles mit Richy. Seitdem ich in Berlin bin, mache ich auch viel mit Felix Stein, auch er ist wie ich hauptberuflich Blogger, das ist natürlich perfekt, weil wir von uns gegenseitig die Fotos machen und wir uns persönlich auch einfach richtig gut verstehen.

Auf welchen Kanälen bist du noch aktiv, außer Instagram und deinem Blog?

Instagram ist schon der Hauptkanal, dann auch Snapchat, bei Facebook habe ich ehrlich gesagt nur so ein Businessprofil, aber für mich ist Facebook tot. Mir gefällt es an sich sehr gut, aber ich habe einfach das Gefühl, dass nicht viel auf der Plattform geht. Auch schon länger habe ich Lookbook.nu, da geht es quasi nur um Outfits, da sind ja auch viele mit groß geworden, aber ich bin da jetzt nicht mehr so aktiv. Dann noch Tumblr, dass ist die krasseste Inspirationsquelle für mich. Da hole ich mir viel Inspiration bzgl. Tattoos, Spots und für Fotos generell. Seit Kurzem habe ich auch die Fleek App von Zalando, die auch zum Posten von Outfits da ist und die Leser können dann auch meine Outfits direkt shoppen, was ich ziemlich cool finde. Und dann natürlich noch Youtube.

Du hast schon ein bisschen erzählt, dass du auch Vlogs machst und in der Richtung auch noch mehr machen willst. Wie sind da deine Pläne?

Tatsächlich ja, Video ist natürlich so eine Geschichte, dass ist schon ein krasser Aufwand. Das ist immer ein bisschen intensiver. Und ich da ich gerade viele Aufträge habe, ist es schwierig noch eigene Sachen in Form von Videos dazwischen zu schieben, deswegen bin ich immer noch nicht so richtig dazu gekommen. Aber so 20 Videos habe ich schon hochgeladen, was in Richtung Vlogs oder auch How To’s und Hairstyle-Videos geht. In Zukunft wird es auch noch mehr Lifestyle- und Travel-Content geben.

Da komme ich dann auch schon zu meiner nächsten Frage: Wo hat es dir bis jetzt richtig gut gefallen? Gibt es da eine Reisegeschichte, die du erzählen kannst?

Was jetzt auch das letzte größere Videoprojekt war, war die New York Fashion Week. Das war alles freiwillig, es war keine Kooperation oder so. Wir haben einfach gesagt, lass uns da hinfliegen, uns die Fashion Week anschauen und Vlogs und Outfit-Videos mit Qualität produzieren. Alles ganz locker über unsere Looks, was wir am Tag gemacht haben und zu welchen Shows wir gegangen sind.

Wie behandelst du Kooperationen? Gibt es da auch Aufträge, die du ablehnst und wie versuchst du, dir treu zu bleiben?

Klar, das ist teilweise schwierig. Es kommen schon oft Anfragen, wo man sich dann schon denkt, kann man das machen oder kann man das nicht machen und wenn das nicht passt, dann lehne ich die auch ab. Aber ich muss schon sagen: Ich habe den Luxus, dass ich auch Sachen ablehnen kann, weil ich zurzeit viel mache und auch echt geile Brands auf mich zukommen, wo ich froh drüber bin, denn die passen auch einfach zu mir. Deswegen habe ich auch nicht diesen Drang, dass ich sage, ich muss jetzt alles annehmen. Ich konzentriere mich da lieber auf die Sachen, die ich gerne mache und mir ist wichtiger, dass ich mich mit der Marke identifizieren kann und nicht nur auf die Kohle gucke.

Hast du noch ein paar Tipps bezüglich Instagram, was hast du gelernt über die Jahre?

Ich achte gar nicht so intensiv darauf: Ich würde sagen, abends ist es besser zu posten. Dass ist das einzige, wo ich drauf achte und ansonsten, das ich bei Storys nicht so viel an einem Tag raushaue, sondern das Ganze eher ein bisschen limitierter und übersichtlicher ist. Und 3 – 4 mal am Tag posten ist mir auch zuviel, ich will halt lieber hochwertige Inhalte produzieren und auf Qualität setzen, deswegen reichen 1 – 2 Bilder pro Tag. Man sollte sich da in diese ganze Engagement Sache auch nicht zu sehr reinsteigern. Wichtig ist, dass die Bilder gut sind.

Du fotografierst ja auch selber – wie sieht dein Equipment aus, was hast du immer dabei?

Wir fotografieren eigentlich alles mit der Canon 6D und auch nur mit einem 50mm Festbrennweiten Objektiv, das kann ich auch nur empfehlen, die Leistung für den Preis ist top. Das ist einfach ein perfektes Objektiv, ob für Anfänger oder Fortgeschrittene. Viel machen wir auch mit der Sony Alpha R7 II, die nutzen wir hauptsächlich fürs Filmen. Aber für Fotos nehmen wir meistens die Canon, da bin ich schon sehr zufrieden mit. Der Richy und ich haben uns unsere Kamera eigentlich schon immer von Beginn an geteilt. Und eine GoPro für Videos haben wir auch immer mit dabei, vielleicht kommt auch mal wieder ein Actionvideo, spätestens im Januar, wenn wir auf Bali sind.

Das leitet perfekt meine letzte Frage ein: Was hast du als nächstes geplant, welche Trips stehen an?

Jetzt im November machen wir einen Kurztrip nach Helsinki, das wird eine Hotelkooperation, was ich auch sehr gerne mache und da wird auf jeden Fall noch mehr kommen in der Richtung. Im Dezember geht es erstmal in die Heimat und dann im Januar drei Wochen nach Bali.

 

*Aktuelle Zahlen zum Redaktionsschluss

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