Gemütlich dekorierte Tischarrangements, die zum Verweilen einladen und Köstlichkeiten, die einem das Wasser im Munde zusammen laufen lassen – das alles inszeniert in einem romantischen, gar verspielten Look. Beim Scrollen durch unseren Instagram Feed sind wir auf die junge Christiann Koepke aus Portland gestoßen, welche die Kunst beherrscht, mit ihren Food-Fotografien tausende Menschen zu begeistern. Die Bilder in ihrem Feed sind sorgfältig ausgewählt, mit leckeren Rezeptideen gespickt sowie mit eigenen köstlichen Variationen und liebevoll hergerichteter Tischdeko inspirierend veredelt. Damit begeistert sie nicht nur ihre Fans immer wieder aufs Neue. Wir wollten mehr über das junge Talent erfahren und haben Christiann kontaktiert. In unserem Interview lässt sie uns an ihrem Werdegang zur professionellen Fotografin und Food-Stylistin teilhaben, erzählt uns ihre Strategie hinter ihrer Arbeit und berichtet von den Vor- sowie Nachteilen eines Freelancers.

„Meine Follower sind wie meine Familie. Die Zeit, die sie nutzen, um sie mit mir zu verbringen, weiß ich sehr zu schätzen.“Christiann Koepke

Stell dich unseren Lesern doch erst einmal kurz vor und erzähl uns wo du herkommst.

Ich bin mit Herz und Seele ein Portland-Girl, geboren und aufgewachsen in Montana. Aber davon ab würde ich behaupten, dass die digitale Welt als ein großer Ort zu sehen ist – wir demnach also alle am selben Ort leben. Mein Beruf konzentriert sich hauptsächlich auf drei Dinge, die ich auch wirklich liebe: die Fotografie, kreativ sein sowie Essen und die Rezeptentwicklung. Es ist demnach wohl überflüssig zu erwähnen, dass das was ich tue, mein absoluter Traumjob ist. 

Dann lass uns an deinem Traumjob teilhaben und erzähl uns mehr von deiner Arbeit.

Meine Arbeit hat sich über die Jahre stetig verändert und weiterentwickelt. Wenn man in dieser Branche groß wird, weiß man vor allem um die Verantwortung, die man gegenüber seiner Follower und Partner hat. Meine Follower sind wie meine Familie. Die Zeit, die sie nutzen, um sie mit mir zu verbringen, weiß ich sehr zu schätzen. Deswegen strukturiere ich meine Arbeitswoche immer so, dass ich ihnen wirklich immer einen Mehrwert bieten und damit hochwertigen Content zeigen kann. Denn etwas anderes haben sie nicht verdient.

Wer hat dich zur Fotografie und dem Food Styling gebracht? Und warum hast du dich dazu entschieden, deine Bilder mit dem Rest der Welt zu teilen?

Da gibt es einige Dinge, die mich insbesondere immer an meinen Vater erinnern. Eines dieser Dinge ist seine Kamera. Er war der erste, der mir gezeigt hat wie man sie bedient. Seit ich erwachsen bin, bin ich immer wieder auf talentierte Fotografen gestoßen, die sich die Zeit genommen und mir konstruktive Kritik gegeben sowie mir geholfen haben, meine bisherigen Fähigkeiten zu verbessern. Als Food-Stylistin selbst würde ich mich gar nicht bezeichnen. Allerdings ist es immer wieder eine sehr große Ehre für mich dies zu hören. Ich sehe mich selbst als Creative Director, weil es stets mein Ziel ist, schöne Gerichte sowie die dazugehörigen Momente zum Leben zu erwecken. Das bedeutet für mich, dass diese nicht immer perfekt arrangiert, sondern eher hübsch und appetitlich anzusehen sein sollen Meine Reise begann, als ich anfing, als Eventplaner zu arbeiten. Der Job der Eventplanerin ist mir quasi in die Wiege gelegt worden, denn schon bei mir zuhause wurden Mahlzeiten wie Events ausgerichtet. Ich habe diese Tradition weitergeführt, in dem auch ich für meine Freunde Dinner ausrichtete, als ich später auszog. Einen Raum, Tisch und Essen herzurichten, ist für mich eine Art Werk, hinter dem viel Liebe steckt. Als Eventplaner hast du unendlich viele Möglichkeiten kreativ zu sein. Ich habe mich also dazu entschlossen, meine Fotos mit der Welt zu teilen, denn das macht man in unserem Jahrtausend ja so. Ich teile Schönes mit Familie und Freunden. Ich bin so dankbar für unser digitales Zeitalter und dafür, die Fähigkeit zu besitzen, an der globalen, kreativen Community mitwirken zu können. 

Wann hast du angefangen zu bloggen? Und wie hat das dein Leben verändert?

Im Jahr 2014 habe ich meine erste eigene Webseite erstellt und alles weitere hat sich von selbst entwickelt. Meinen Blog zu launchen, bewusst kreativ zu sein und Schönes zu teilen, hat mein Leben verändert, denn es wurde zu meiner Berufung. Ohne zu wissen, dass „es“ jemals „etwas“ werden könnte, habe ich mich in mein Handwerk, mein Geschick verliebt. Mit der Zeit hat sich alles ganz von selbst entwickelt und mit harter Arbeit sowie Hingabe ist mein Leben nun schöner, als ich es mir jemals hätte ausmalen können.

Wie hat sich deine Karriere entwickelt?

Langsam und stetig. Ich habe das große Glück Leute in meinem Leben zu haben, die immer an mich glauben und hinter mir stehen. Die mich immer wieder daran erinnern, mich nicht mit anderen zu vergleichen. Das hilft mir ungemein, „meine Reise“ zu genießen, auch wenn man natürlich auch Hürden überqueren muss. Es gibt kein vorgegebenes Tempo, in der eine Karriere zu verlaufen hat. Meine Karriere entwickelt sich immer noch, denn ich wachse mit meiner Arbeit  weiter und das habe ich auch weiterhin vor. Also – bleibt dran…

Welche Vor- und Nachteile hat deiner Meinung nach die Arbeit als Freelancer?

Jeder Job hat doch seine Vor- und Nachteile. Meiner Meinung nach ist ein großer Vorteil die „Freiheit“ seinen eigenen Weg und Plan zu bestimmen. Und genau dieser vorteilhafte Aspekt kann sich schnell zu einem Nachteil entwickeln. Wenn man zum Beispiel manchmal sehr viel zu tun hat, ist es doch schon ganz schön jemanden zu haben, der die Verantwortung übernimmt und einem sagt, was man zu tun hat. Als Freelancer hat man das nicht, es sei denn man stellt jemanden ein. Und wenn wir gerade dabei sind, ist natürlich das Einstellen von Mitarbeiter der nächste Schritt als Freelancer eine eigene Marke hochzuziehen. Ein sehr aufregender und spannender Teil im nächsten Karriereschritt.

Welches Gericht kochst oder backst du zur Zeit am liebsten?

Aktuell probiere ich sehr viele Rezepte mit dem Sumach-Gewürz aus. Das Gewürz Sumach, auch Sizilianischer Zucker genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Sumach innerhalb der Familie der Sumachgewächse und stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum, wo es ein beliebtes Tischgewürz ist. Davon wird es schon bald mehr zu sehen geben. Also habt auf jeden Fall ein Auge auf meinen Blog oder meinem Instagram Account, um zu sehen, was ich mit diesem zauberhaften Gewürz tolles kreiere. Außerdem beinhaltet mein kostenloses E-Book einige meiner Lieblingsgerichte. Ihr könnt es euch gerne herunterladen.

Wie sieht ein typischer Tag in deinem Leben aus?

Kaffee, Kaffee und noch mehr Kaffee. Nein, Spaß… und vielleicht ist doch ein bisschen Wahrheit dran. Mein Tag beginnt immer mit einem Kaffee und da ich ein wahrer Kaffeeliebhaber bin, spielt dieses Ritual eine große Rolle in meinem Alltag. Mich beruhigt ein warmes Getränk in der Hand am Morgen, bevor der Tag dann losgeht. Wie bereits erwähnt, ist meine Arbeitswoche meist sehr strukturiert. Was ich also tue hängt vom Wochentag ab, aber normalerweise setze ich mich nach meinem Kaffee erst einmal an meinen Laptop und schaue mir meinen Plan für den Tag an. Danach checke ich die ersten E-Mails und poste anschließend meinen morgendlichen Social Media Post. Die Tage im Fotostudio oder in der Küche sind immer eine tolle Abwechslung zur Arbeit am Laptop.

Woher holst du dir deine Inspirationen und was motiviert dich immer weiter zu machen?

Meine Inspirationen sammel ich aus dem alltäglichen Leben und all dem, was um mich herum passiert. Aus diesem Grund reise ich auch so gerne. Wenn man aufs Geld achten muss, kann man auch ganz einfach seine eigene Stadt erkunden. Orte besuchen, an denen man zuvor noch nie war. Sich in ein anderes Umfeld begeben und neue Leute treffen. Es ist egal wohin man geht. Inspirationen findet man wirklich überall, wenn man bereit dafür ist und mit offenen Augen durchs Leben geht.

Hast du für 2018 ein paar aufregende Projekte, von denen du uns erzählen kannst?

Oh ja. Es freut mich wahnsinnig, dass ich immer mehr Anfragen bzgl. Produktfotografien bekomme. Außerdem stehen dieses Jahr schon ein paar spannende Reisen an. Als Creative Director gehen meine Fähigkeiten über Rezepte und schön hergerichtete Tischarrangements hinaus, sodass diese aufregenden Möglichkeiten es mir erlauben, meine anderen Kompetenzen zu präsentieren. Aus diesem Grund bin ich auch mit meinem etwas langsamen, dafür aber stetigen Wachstum sehr zufrieden. Das Leben wird immer besser.

Folgt Christiann auf ihrem Weg und lasst euch von ihren atemberaubenden Kunstwerken inspirieren. Ihre bescheidene Art und ihr Talent, Essen in wunderschönen Fotografien festzuhalten, ist bemerkenswert und wir werden auch in Zukunft ihren Erfolg verfolgen.

 

*aktuelle Zahlen zum Redaktionsschluss.

Copyright: Alle Fotos sind urheberrechtlich geschützt und Eigentum von Christiann Kopeke.