Man könnte mit Recht behaupten, dass Vernon Deck ein ziemlich aufregendes Leben führt. Als offizieller Fotograf für das Volcom Snow Team hat er die letzten 15 Winter damit verbracht, um den Erdball zu reisen und bekannte Sportler wie Pat Moore, Gigi Rüf oder Iouri „iPod“ Podlatchikov abzulichten. Er reist rund um die Welt, produzierte weltweit bekannte Filme und seine Fotos sind in so ziemlich jedem Snowboard-Magazin der Welt abgedruckt. Wir haben die Chance genutzt und mit dem erfolgreichen Fotografen Vernon Deck über seine Leidenschaft für den Wintersport sowie sein erfülltes Leben gesprochen.

Erzähl uns erst einmal ein wenig über dich, wo kommst du her?

1974 wurde ich in einer kleinen Stadt namens Motueka in Neuseeland geboren. 20 Jahre später habe ich meine Heimat verlassen, um zu reisen und seitdem bin ich auch nicht wieder zurückkehrt. Motueka ist ein toller Ort um groß zu werden, aber ich wollte noch mehr von der Welt sehen.

Wann bist du das erste Mal mit der Fotografie in Berührung gekommen?

Meine erste Kamera habe ich mir 1995 auf einer Backpacking-Tour durch Australien gekauft.

Wie bist du zur Fotografie gekommen und wieso hast du dich dazu entschieden, deine Fotos mit dem Rest der Welt zu teilen?

Eigentlich habe ich nie großartig über die Fotografie nachgedacht, noch wollte ich gerne Fotograf werden. In meiner Jugend habe ich mich hauptsächlich für Sport interessiert und mich selbst nicht als besonders kreativ gesehen. Das Reisen, die atemberaubenden Sonnenuntergänge, die tollen Menschen, die ich kennenlernen durfte, haben eine Seite in mir hervorgebracht, die ich selbst zuvor nicht kannte. Zur damaligen Zeit war alles analog, es gab kein Internet und man hat sich gedruckte Fotos in einer gemütlichen Runde am Strand angeschaut. Am Anfang habe ich meine Fotografien allerdings ganz für mich behalten, weil ich mir nie wirklich sicher war, ob sie überhaupt gut sind.

Seit wann arbeitest du als professioneller Fotograf, vor allem für Snowboard-Projekte?

Im Jahr 1997 habe ich das erste Mal Fotos vom Snowboarding geschossen. Ich selbst konnte zu diesem Zeitpunkt nicht einmal Snowboard fahren. Mich hat dieser Sport aber sehr fasziniert, also habe ich es gelernt. Die darauf folgenden vier Jahre habe ich jeden Winter damit verbracht es zu lernen und dafür in den Sommermonaten auf dem Bau gearbeitet. Dadurch habe ich mir langsam ein Netzwerk in der Snowboard-Branche aufgebaut und viele Snowboarder kennengelernt. Eines Tages habe ich dann realisiert, dass ich mittlerweile mehr mit dem Fotografieren der Snowboarder verdiene, als mit meinem derzeitigen Job. Also habe ich kurzerhand gekündigt.

In fast jedem Snowboard-Magazin sind deine Fotografien zu sehen. Wann hast du angefangen für das „Volcom Snow Team“ zu arbeiten?

Vor genau zwölf Jahren hat mir Volcom einen Vertrag angeboten und ich bin echt stolz, dass ich immer noch für Volcom arbeite. Natürlich hat sich in dieser ganzen Zeit so einiges geändert, aber Volcom vertraut mir und meiner Arbeit weiterhin und lassen mir in meiner Kreativität freien Spielraum. Dafür bin ich wirklich sehr dankbar. Als Fotograf gibt es kaum etwas besseres.

Und wie bist du Teil des Teams geworden?

Im Winter 2005 habe ich einige Zeit damit verbracht, den Pro-Snowboarder Cheryl Maas zu fotografieren. Er hat zu dieser Zeit gerade einen neuen Vertrag mit Volcom unterzeichnet. Eines meiner Bilder hat Volcom bald darauf für eine internationale Werbekampagne verwendet und kurz danach kam auch direkt das Angebot.

Verbringst du jeden Winter als Fotograf in den Bergen ?

Die letzten 15 Jahre habe ich jeden Winter auf beiden Hemisphären verbracht, das heißt also insgesamt 30 Winter. Die Branche hat sich ein wenig verändert und so auch meine Bedürfnisse. Aus diesem Grund verbringe ich nun die Monate von Januar bis Mai und ein paar Wochen im Oktober im Schnee.

Wann hast du angefangen die Sozialen Medien unterstützend zu deiner Arbeit zu nutzen?

Bei Instagram habe ich mich tatsächlich recht spät angemeldet und es nie zu ernst genommen. Meine Fotografien wurden immer für Print-Ausgaben verwendet, sei es in Magazinen oder als Plakat. Aus diesem Grund nutze ich Instagram natürlich, aber verfolge dort keine bestimmte Strategie. Wenn du also gerne frischen Pulverschnee, Bergaufnahmen und hin und wieder Bilder meiner Segeltouren sehen möchtest, schau auf meinem Account vorbei.

Im Winter ist Vernon Deck Fotograf für die großen Snowboardbrands. Und im Sommer: segelt er um die Welt.

Du hast auch einen eigenen YouTube Channel gegründet. Was erwartet uns dort?

Wenn ich zu lange ruhig sitze, dann langweile ich mich schnell. Also habe ich mir ein weiteres Projekt gesucht: eine YouTube-Serie, die den Namen „Learning by Doing“ trägt. Sie ist einerseits ein Reisebericht, gleichzeitig aber auch ein Foto-Tutorial. Und wie der Name bereits vermuten lässt, geht es hauptsächlich darum Menschen dazu zu ermutigen, Dinge einfach auszuprobieren. Allerdings sind Videos super viel Arbeit und um den Kanal zu befüllen, brauche ich noch jemanden der mir beim Filmen etwas hilft. Seit vier Jahren arbeite ich auch schon an einem weiteren Projekt, bei dem ich mit meinem Segelboot einmal um die Welt segeln möchte. Daher habe ich vor allem Videos von meinen Trips mit meinem Segelboot hochgeladen.

Was ist deine größte Leidenschaft und hast du ein Lebensmotto?

Mein Motto ist auf jeden Fall „Learning By Doing“. Ich bin nie gerne zur Schule gegangen und habe organisierte Lernstrukturen gehasst. Ich liebe das Leben, treffe gerne Leute und verpasse keine Gelegenheiten. Das Leben ist kurz!

Kannst du uns ein paar Kunden und Marken nennen, mit denen du bisher zusammengearbeitet hast?

Über die Jahre hinweg habe ich natürlich mit super vielen, großartigen Kunden zusammengearbeitet. Aber ist es das, was am Ende zählt? Vielleicht ist es für den ein oder anderen interessant, aber ich selbst habe nie großartig viel Wert darauf gelegt. Ich hätte wahrscheinlich des Öfteren größere Jobs haben können, aber aufgrund meiner Erfahrungen habe ich gemerkt, dass je größer der Job ist, desto mehr Leute sind auch involviert. Das finde ich nicht gut. Ich bin glücklich darüber Kunden zu haben, die mir vertrauen und meine Visionen mit mir teilen.

Verrätst du uns noch deine kommenden Pläne?

Aktuell bin ich in Österreich und habe noch eine volle Shooting-Woche vor mir. Das Wetter spielt in meinem Job eine große Rolle, also muss ich immer super flexibel sein. Anfang März geht es noch nach Japan und vielleicht noch in die USA sowie nach Kanada. Meistens erfahre ich das aber erst zwei bis drei Tage vorher. Bis Ende April werde ich noch im Schnee verbringen und dann zurück nach Australien fliegen, wo mein Segelboot bereits auf mich wartet.

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Es ist immer wieder erstaunlich, welche Geschichten sich hinter den Bildern verbergen, die uns tagtäglich begegnen. Wir freuen uns, dass wir die inspirierende Geschichte von Vernon mit euch teilen durften. Besucht seine Website, um einen Einblick in die Kunst der Sportfotografie zu bekommen und erlebt die Leidenschaft des neuseeländischen Fotografenaus euren Augen.

 

 

*Aktuelle Zahlen zum Redaktionsschluss

Copyright: Alle Bilder sind urheberrechtlich geschützt und Eigentum von Vernon Deck.