Handlettering ist in den letzten Jahren eine sehr populäre Kunstform geworden und die kreativen handschriftlichen Zeichnungen sind inzwischen fast überall zu finden. Ob im Logo eures Lieblingscafés oder auf dem Kreidetafelmenü vom hippen Burgerladen um die Ecke, ob in der Werbung oder auf hochwertigen Designprodukten – dies sind nur ein paar der Beispiele, wo sich die geschnörkelte Schönschrift wiederfinden lässt. Oft wird das Handlettering mit der Kalligraphie verwechselt, die als die ursprüngliche Kunstform angesehen wird, sich aber doch signifikant unterscheidet.

Beim Lettering geht es um das Zeichnen und Arrangieren von Buchstaben, darum, Typografie in Formen runter zu brechen und mit filigranen Schnörkeln und verschiedenen Techniken neues Leben einzuhauchen. So ist es zu einer ganz eigenen Kunstform geworden, durch die sich eine emotionale und tiefere Botschaft vermitteln lässt, die oft mit einem positiven Ausdruck und einer ästhetischen Nostalgie aufwartet.

Egal ob mit Stift und Papier oder am Tablet mit einer der unzähligen Illustrations-Apps – die Möglichkeiten, der eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen, sind schier unendlich. Natürlich bedarf es dennoch schon einiger Übung, einer sicheren Hand und viel Ruhe und Ausdauer. Glücklicherweise hat diese Kunst über die Jahre eine ganze Community hervorgebracht, die sich natürlich durch soziale Netzwerke bestens vernetzt hat und die den Kreativen die Möglichkeit bietet, ihre Arbeit weltweit zu präsentieren. Wir wollen einen dieser kreativen Künstler etwas genauer betrachten: Es handelt sich um Stefan Kunz.

Stefan Kunz ist schon in jungen Jahren viel herum gekommen – als Deutscher kam er in Afrika zur Welt und im Alter von fünf Jahren zog er mit seinen Eltern in die Schweiz. Da sich Stefan schon immer für kreatives und künstlerisches interessierte, entschloss er sich dafür, nach dem Schulabschluss ein Jahr an der Kunstschule einen Kurs zu absolvieren. Leider gelang es ihm danach nicht, einen Job in der Werbebranche zu bekommen und so entschied er sich dafür, eine Stelle bei einer Bank anzunehmen. Seine Leidenschaft für Video, Fotografie, Grafikdesign und vor allem das Zeichnen ließ ihn jedoch nicht los. Über die Jahre konzentrierte Stefan sich immer mehr auf das Handlettering und nach dreieinhalb Jahren gab er seinen Job bei der Bank auf, um als Grafikdesigner und Letteringkünstler voll durchzustarten.

Ich kann mich einfach in meiner Fantasie verlieren und sie durch Stift und Papier zum Leben erwecken. Genau das passiert auch beim handschriftlichen Zeichnen. Worte zu zeichnen und diese in eine einzigartige Landschaft zu platzieren hat mich über die Jahre immer wieder fasziniert.sagt Stefan Kunz | Quelle: TypoxPhoto.

Stefan war schon immer ein leidenschaftlicher Grafikdesigner und als er sich tiefer mit der Typografie beschäftigte, begann er schnell, seine ersten eigenen Fonts zu entwickeln. Alles fing mit den ganz einfachen Basics an – zunächst Stift und Papier und dann begann er damit, seine Zeichnungen abzufotografieren und mit einem Wacom Tablet und Photoshop digital zu bearbeiten. Stefan hat über die Zeit sein ganz eigenes Markenzeichen entwickelt, indem er seine beiden Lieblingselemente Typografie und Fotografie miteinander kombinierte – so kam auch der Name seiner Webseite zustande, Typo X Photo.

Stefan ist ein sehr spiritueller Mensch, der fest daran glaubt, das alles von Gott kommt. Außerdem findet er seine Inspiration in allem, was ihn umgibt. Dazu ist er noch ein echter Kaffeejunkie, der seinen Kaffee am liebsten selber zubereitet und das Ganze dann mit Latte Art abrundet.

Zurzeit lebt er in den Staaten, bereist durch seinen Job aber die ganze Welt und arbeitet immer an neuen und spannenden Projekten. Erst kürzlich hat er sein eigenes Buch veröffentlicht – Modern Calligraphy in Four Easy Steps. Weiterhin bietet er in Zusammenarbeit mit Amanda Arneill Onlinekurse zum Thema Handlettering an. Folgt ihm auf Instagram und bestaunt seine grandiosen Handzeichnungen – und wenn ihr schon mal dabei seid, bekommt ihr auf seinem YouTube Kanal einen noch tieferen Einblick in seine Arbeit und sein Leben.

 

*Aktuelle Zahlen zum Redaktionsschluss

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