Josh Lynott ist der ultimative Beweis dafür, dass das Alter keine Rolle spielt, wenn man ein Talent sowie eine Leidenschaft für etwas gefunden hat und dies in die Tat umsetzen will. Der australische Autor sowie Fotograf ist nämlich erst 22 Jahre alt und hat bereits vor kurzem sein erstes Buch veröffentlicht. Er reist mit einer Leichtigkeit durch die Welt, ohne Angst vor dem nächsten Tag zu haben. Wir sind fasziniert von dem jungen Mann und haben uns genauer mit der inspirierenden Arbeit von Josh beschäftigt. Heute möchten wir euch also einen Einblick in die Welt von Joshs Landschaftsfotografien sowie Texten über das Leben geben. Seid auf seine Antworten im Interview gespannt…

Stell dich uns erst einmal vor.

Hey Leute! Ich bin Josh Lynott, 22 Jahre alt, Autor, Athlet sowie Fotograf aus der sonnigen Region Süd-Australiens. Ein Trip nach Hawaii hat wohl mein komplettes Leben verändert. Ich bin damals ohne Plan und ohne jegliche Vorstellung nach Hawaii gereist, sodass ich eines Tages auf der Straße, ohne einem Dach über dem Kopf, endete. Glücklicherweise kannte ich einige Leute aus meinem Studium, die auf der Insel leben, welche ich kurzerhand kontaktierte. Naja, lange Rede kurzer Sinn, aus einer Nacht wurden drei Monate. Ich lebte hauptsächlich von Bananen und hatte nur ein sehr kleines Budget zur Verfügung, aber ich wagte mich jeden Tag weiter vor – von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang – zu anderen Stränden oder Gebirgsrücken. Und auch drei Jahre später ist meine Leidenschaft für weitere Abenteuer nicht gestillt, sie wird eher stetig stärker. Ich versuche also so viel es nur geht unterwegs zu sein, was eben so möglich ist zwischen dem Schreiben, Essen sowie Sport.

Wann hast du angefangen zu schreiben?

Das ist eine wirklich interessante Frage. Lustigerweise hat meine Mutter an meinem 21. Geburtstag ein Notizbuch von mir hervorgeholt. Dort habe ich im Alter von neun oder zehn Jahren schon meine Wünsche hineingeschrieben und wollte damals unbedingt professioneller Tennisspieler oder eine Fernsehberühmtheit werden. Ich kann mich auch noch sehr gut daran erinnern, wie ich unsere Familienausflüge sowie -erlebnisse immer schriftlich festgehalten habe. Also würde ich sagen, dass ich bereits im Kindesalter einen Drang danach hatte, mein Leben niederzuschreiben. Aber in der Art wie ich es jetzt mache, schreibe ich erst seit ich anfing zu reisen, seit knapp drei Jahren.

Wann kamst du zum ersten Mal mit der Fotografie in Berührung?

Auch hier war ich noch sehr jung. Ich habe als Kind sehr viel Tennis gespielt und einen großen Teil meiner Zeit auf dem Platz bei Tunieren verbracht. Am Rand standen immer die Fotografen mit Objektiven, die fast genauso groß waren wie ich. Das hat mich schon immer sehr fasziniert. Also habe ich mich dann einfach oft neben die Fotografen gesetzt und sie mit meinen Fragen gelöchert. Mit 19 Jahren hatte ich dann endlich genug Geld zusammen, um mir eine eigene Kamera zu kaufen.

Welches Equipment nutzt du?

Ich fotografiere mit meiner Sony A7Rii, mit einem 24-70 mm Objektiv. Es ist eine super vielseitige Kamera sowie leicht in der Handhabung. Im Moment spare ich auf ein 70-200 mm Objektiv, nachdem ich neulich ein wenig damit ausprobieren durfte. Eine Drohne wäre auch toll, aber aktuell reicht mir die Kamera voll und ganz.

Wer hat dir das Fotografieren beigebracht und warum hast du letztendlich angefangen, deine Bilder mit dem Rest der Welt zu teilen?

Da war ich auf Hawaii, als ich mich dem Fotografieren so richtig anvertraut habe. In dem Haus, in dem ich auf Hawaii mit ein paar Studenten zusammengewohnt habe, waren drei Jungs sehr fit im Fotografieren und haben mich einiges gelehrt. Mittlerweile haben wir uns diesbezüglich alle weiterentwickelt, aber zu dem Zeitpunkt konnten sie mir echt viel zeigen. Ich habe sie mit meinen Fragen gelöchert sowie probiert, so viel es nur geht aufzunehmen und zu lernen. Aber sie haben mir nicht nur gezeigt wie man fotografiert, auch was die Nachbearbeitung anbelangt haben die drei mir einiges beigebracht. An einen Spruch von meinem Freund Jackson erinnere ich mich noch sehr gut. Er sagte immer: „Die besten Fotografen sind gleichzeitig auch die Besten in Sachen Bildbearbeitung“. Es fasziniert mich, wie Leute die schönsten Momente in ihren Fotografien festhalten.

Anfangs habe ich mich dazu entschieden, meine Bilder zu teilen, damit vor allem meine Familie sowie Freunde an meiner Reise teilhaben können. Oftmals leben wir in komplett unterschiedlichen Zeitzonen. Wenn ich also schlafen gehe und meine Familie aufsteht, sehen sie direkt Bilder von dem, was ich am Tag zuvor gemacht habe. Zu dieser Zeit ist, was das Internet angeht, viel passiert und auch „fremde“ Menschen haben angefangen, Interesse an meinen Bildern zu zeigen. Von Anfang an habe ich mir selbst die Priorität gesetzt, immer nur das zu teilen, was mir selbst gefällt und was ich zeigen möchte – eben nicht das zu posten, was andere vielleicht sehen wollen.

Wie kommen die Fotografie und das Schreiben zusammen?

Auf unterschiedliche Art und Weise. Manchmal inspirieren mich meine Fotografien zum Schreiben, sodass es irgendwie von selbst zusammenhängt. Ich glaube, dass es alles, was wir uns vorstellen oder wovon wir träumen es erschaffen zu wollen, bereits in der Natur gibt. Wenn ich also fotografiere, kommen mir Wörter in den Sinn, die ich mit den Fotos kombinieren kann, um so ein noch tieferes Gefühl hervorzurufen.

Als ich angefangen habe meine Bilder zu posten, waren sie wie bereits erwähnt eigentlich nur für Freunde sowie Familie gedacht. Die Titelbilder waren meist meine Gedanken des Tages, tolle Momente oder Erlebnisse. Mit der Zeit hat sich das verändert und ich wollte verstärkt meine Gedanken sowie meine Meinung preisgeben. Und nun vervollständige ich meine Fotografien mit meinen Texten.

In Bezug auf mein Buch habe ich sorgfältig die Zitate herausgesucht, die meiner Meinung nach die Fotos am besten unterstreichen und habe dann die Fragen, die ich den Lesern zuvor gestellt habe, hinzugefügt.

„Ich glaube, dass es alles, was wir uns vorstellen oder wovon wir träumen es erschaffen zu wollen, bereits in der Natur gibt.“ Joshua Lynott

Vor kurzem hast du dein Buch „Why Don’t You?“ auf den Markt gebracht. Erzähl uns mehr darüber.

Ein Spruch von Muhammad Ali hat mich eine ganze Weile zum Nachdenken gebracht. „The man who views the world at 50 the same as he did at 20 has wasted 30 years of his life.“ Ich habe mich danach entschlossen, dass ich mit 20 Jahren ein Buch schreiben will sowie 30 Jahre später ein zweites. Auch wenn es nur für mich selbst wäre, möchte ich wissen, wie ich mich und wie sich meine Gedanken mit den Jahren verändert haben.

Das Hauptziel meines Buches war, die Gedanken der Leser in Frage zu stellen sowie positive Veränderungen in ihren Leben und hoffentlich auch in den Leben ihres Umfelds hervorzurufen. Gedanken, Wörter sowie Gespräche können Leben verändern. „Why Don’t You?“ ist eine Konversation mit dem Leser, die ihn dazu anhalten soll, das zu tun, was er möchte und liebt sowie die kleinen Dinge im Leben zu schätzen. Diese kleinen Momente nenne ich „die Einprozentigen“, es sind die Ansammlungen von all diesen kleinen Momenten, die ohne Zweifel die allerwichtigsten Momente im Leben sind.

Ich spreche mit vielen jungen Leuten, die im Großen und Ganzen nur minimale Verpflichtungen haben. Sie müssen oftmals nur einige Dinge erledigen, aber finden immer einen Weg, Grund oder eine Entschuldigung es zu lassen. Der Grund dafür, so sagen sie mir, ist einer tieferen Angst aus dem Weg zu gehen.

Die Gründe, die sie dafür nennen, wenn sie auf meine „Why Don’t You?“-Frage antworten, kann man in die Kategorien ‚Zeit‘, ‚Geld‘ oder ‚andere Verpflichtungen‘ einteilen. Aber wenn man es gänzlich herunterbricht, ist der Hauptgrund: Angst. Angst vor dem Ungewissen. Angst vor der Veränderung. Angst davor, was andere wohl denken könnten. Angst vor ihrem eigenen Mut. Angst den ersten Schritt zu machen. Angst vor der Angst!

Ich wünsche mir für die Menschen um mich herum sowie für alle, die meinen Weg kreuzen oder meine Texte lesen, dass sie in ihren Leben einen Schritt nach vorn machen. Um furchtloser zu werden!

Wie planst du deine Karriere mit Hilfe deines Buches, deiner Webseite sowie deiner Social-Media-Profile voranzutreiben?

Ich werde weiterhin meine Schriftstücke sowie Fotografien posten und probieren, meinen Followern so viel Mehrwert wie nur möglich zu geben. Denn um so tiefer ich meine Beziehung zu meiner Community aufbaue, desto größeres Wachstum können wir gemeinsam erzeugen. Ich hoffe natürlich, dass so viele Menschen wie möglich mein Buch lesen. Denn auch hier war nie das Geld der Hintergedanke dieses Buches, sondern mein Wille, den Menschen dabei zu helfen, ihr Leben wertzuschätzen.

Zu guter Letzt, hast du ein spannendes Projekt in naher Zukunft geplant, über das du uns berichten kannst?

Oh ja, da gibt es so einiges was ansteht. Aber das wohl aufregendste Projekt steht Ende Dezember auf Bali an. Es ist ein SwimRun-Event, bei dem 30 Athleten in Zweier-Teams gegeneinander antreten. Wir planen insgesamt  $60.000 US durch den Spendenlauf einzusammeln, um eine Plastik-Recycling-Station auf Bali zu bauen. Mein Freund Jackson und ich werden gemeinsam diesen Wettkampf beschreiten. Wir werden darüber hinaus unser Bewusstsein für Plastikverschmutzung über die nächsten Monate noch ausbauen. Das ist also keine einmalige Sache, da das Plastikproblem, dem wir weltweit begegnen, nicht besser wird.

Neben all dem arbeite ich verstärkt am Marketing meines Buches sowie an ein paar öffentlichen Vorträgen. Ich bin mir sicher, dass diesbezüglich noch das ein oder andere Event und Projekt kommt. Außerdem denke ich schon über mein zweites Buch nach. Aber pssst, das bleibt erst einmal unter uns.

Mit seiner unermüdlichen Wanderlust und seiner ehrfürchtigen Bildsprache erzählt Josh Geschichten von endlosen Sommern, unzähligen Naturwundern sowie spannenden Abenteuern, die auf der ganzen Welt auf ihn warten. Wenn auch euch die Lust auf unberührte, freie Natur gepackt hat, dann begebt euch auf eine spannende Reise mit Josh Lynott, lest sein inspirierendes Buch und erlebt die unglaubliche Schönheit unseres Lebens durch seine Bilder.

 

 

*numbers current at the time of writing.

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