In ihrem virtuellen Tagebuch versprüht Anniken Jørgensen Positivität und Lebenskraft – vor allem durch ihre offenen Texte und ihre natürliche Aura. Anniken macht vieles anders als andere Influencer: Ihr Instagram Account ist bunt, witzig, tiefsinnig – allumfassend authentisch. Und genau das war ja einst der Ursprungsgedanke der Influencer – man kann sagen: Anniken hat ihre eigene Identität nicht verloren und das trotz des immensen Erfolgs, den sie im echten Leben sowie virtuell über die Sozialen Medien erfährt. Die junge Norwegerin hat in den letzten Jahren so richtig zu sich selbst gefunden. Ihre Erfahrungen und ihr alltägliches Leben teilt sie mit vielen tausend Fans, Lesern und Beobachtern über ihren Blog, Youtube und Instagram.

Aber von vorne: Anniken Jørgensen ist Bloggerin und kommt aus einer kleinen norwegischen Stadt namens Solbergelva. Sie hat blond gesträhntes Haar, ein ansteckendes Lächeln und große, rehbraune Augen. Bereits mit 15 Jahren gründete sie ihren eigenen Modeblog annijor.no und fokussierte sich anfangs nur auf das Thema Mode. Zwei Jahre später nahm die damals 17-jährige Blondine an einer Dokumentationsserie teil, die anschließend große Erfolge auf der ganzen Welt feierte. Die Serie „Sweatshop – Deadly Fashion“ begleitete die junge Bloggerin sowie zwei andere norwegische Influencer und eine Hilfsorganisation nach Kambodscha, um sie dort hinter die Kulissen und Produktionsstätten (sogenannte Sweatshops = Ausbeutungsbetriebe) eines bekannten skandinavischen Modehauses schauen zu lassen. Die drei Influencer arbeiteten dort einen Monat lang unter den gleichen Bedingungen wie die Angestellten vor Ort und wurden dabei von einem Kamerateam begleitet. Nach Veröffentlichung der Dokumentation berichteten viele Medien über die Reportage, die dadurch große mediale Aufmerksamkeit auf sich zog.

„Jetzt weiß ich, wie die Textilindustrie arbeitet – ich bin dort gewesen und habe es mit eigenen Augen gesehen. Ich habe auf einem Boden geschlafen, einfache Nahrung gegessen und für mehrere Stunden in der Fabrik ohne Lüftung auf einem kleinen Stuhl gesessen, um immer wieder die gleiche Masche zu nähen, bis mir schlecht war und ich so müde wurde, dass ich nur noch anfangen wollte zu weinen.“

Anniken Jørgensen

Nach Ausstrahlung der Dokumentation legte Anniken eine Pause vom Bloggen ein, bis sie sich knapp ein Jahr später dazu entschloss wieder online zu gehen, aber dieses Mal mit einem neuen Fokus. Annikens Blick auf die Modewelt hat sich verändert, sie dokumentiert nun vielmehr ihre Sicht auf die Dinge, die sie erlebt. So berichtete die Blondine erst kürzlich von ihrer Trennung und ihren damit verbundenen Gefühlen. Selbst wenn es nur ein Besuch im Imbiss mit Freunden ist oder ein Foto, das sie nach einer Party mit einem leeren Weinglas zeigt – auf ihrem Blog teilt sie ihre Gedanken und Erlebnisse, untermalt diese mit Schnappschüssen aus ihrem Leben und ihren Alltagslooks. Mit dem Gespür für Mode, Perspektiven und Inhalte wirken selbst diese einfachen Bilder der 21-Jährigen ästhetisch und interessant. Weil so das echte Leben ist. Und das interessiert uns doch alle am meisten an Influencern.

Obwohl die Norwegerin auf den ersten Blick zuckersüß aussieht, mit ihrer Stupsnase, den langen blonden Haaren und dem gebräunten Teint, ist sie einfach lässig und entspannt. Ihr Stil besteht aus Kontrasten und dem Spiel zwischen androgynen und femininen Akzenten: Weite Jogginghosen trägt sie zu spitzen Pumps, Slip Dresses mit Leopardenmuster zu abgelaufenen Running-Sneakers und Lederjacke.

„Ich bin eine sehr chaotische Person und diese Eigenschaft überträgt sich automatisch auf meinen lässigen Look. Ich mixe gerne verschiedene Mode-Epochen sowie Vintage-Kleidung miteinander.“

Anniken Jørgensen

Mit ihrem unperfekten Perfektionismus bedient Anniken eine Nische. Zu Instagram pflegt die 21-Jährige eine entspannte Beziehung, sie ist nicht daran interessiert, eine surreale Bilderwelt zu kreieren. Ihr relaxter Feed versprüht ihren authentischen Vibe und wir werden den spannenden Weg und die Entwicklung der hübschen Skandinavierin auf jeden Fall weiterhin verfolgen.

 

*Aktuelle Zahlen zum Redaktionsschluss

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