Annegien Schilling erreichte internationale Bekanntheit für ihre surrealen Selbstportraits, die sie auf Instagram unter dem Namen fetchingtigerss veröffentlicht, aber die Geschichte zu ihren Bildern ist mindestens genauso faszinierend wie ihre Werke. Annegien wurde in Seattle im Bundesstaat Washington geboren, lebt jetzt aber in Utrecht in den Niederlanden. Ob es an ihrer schon internationalen Kindheit liegt oder daran, dass ihr Vater Fotograf ist und sie mit neun Jahren ihre erste Kamera erhielt, Annegien war schon immer ein sehr kreatives Kind. Dennoch ist die wohl einschneidenste Veränderung in ihrem Leben der Moment, in dem sie mit 13 Jahren Instagram entdeckte. Durch diese eine App konnte Annegien anderen Künstlern folgen und sich inspirieren lassen. Als junge Teenagerin konnte sie sich natürlich nicht Equipment wie einen Laptop und Programme wie Adobe leisten, um ihren Idolen nachzueifern – umso beeindruckender ist dann, dass sie ihre ersten Schritte mit kostenlosen Apps auf ihrem iPod Touch machte und damit ihre Bilder bearbeitete.

Annegien wollte schon immer ihre kreative Ader ausleben und mit Instagram hatte sie endlich ein Mittel dafür gefunden. Die Plattform bleibt ihre erste Wahl, wenn sie eine spezielle Stimmung oder ein bestimmtes Gefühl ausdrücken möchte. Ihre melancholischen und berührenden Selbstporträts faszinierten sehr schnell viele Menschen, sodass sie innerhalb von vier Monaten bereits 100.000 Follower verzeichnete. Heutzutage verfolgen über 900.000 Menschen täglich ihre Inhalte und die junge Instagram-Künstlerin hat ihre Bearbeitungsfähigkeiten noch weiter ausgebaut – sie arbeitet übrigens immer noch nur mit Apps, um ihre erstaunlichen Kunstwerke in die Tat umzusetzen.

Find your fire ⚡️

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Es scheint, dass Annegien in kurzer Zeit viel über das Social Media Universum gelernt hat und bei einem Event von TEDx gab sie zu, dass es manchmal sehr anstrengend und herausfordernd sein kann, sich in dieser Welt zu bewegen. Allerdings hinterlässt es auch den Eindruck, dass diese Umgebung sie dazu zwingt, immer wieder an ihre kreativen Grenzen zu stoßen und neue Ideen für ihre surrealistischen Porträts zu entwickeln. Es fühlt sich so an, als ob Annegien sich eine zweite digitale Identität zugelegt hat, ein eigenes kleines Universum.

Einerseits ist sie dieses junge Mädchen, dass gerne Fußball spielt und sich mit Freunden trifft, andererseits ist sie eine weltbekannte digitale Künstlerin mit einer riesigen Fanbase und dem Druck, der mit den steigenden Erwartungen einher kommt. Durch ihren Erfolg und ihre Reichweite wird sie oft von Marken und großen Unternehmen angesprochen mit Angeboten, Produkte zu promoten – Angebote, die sie kategorisch ausschlägt. Annegien weigert sich bezahlte Inhalte zu erschaffen und hat noch keinen Cent mit ihrem Instagram Account verdient. Sie könnte mit einem Post 10.000 Euro verdienen, aber sie sagt, dass sie die Menschen verzaubern möchte und mit bezahlten Inhalten wäre ihre Magie nicht mehr die gleiche.

Immer wenn man online etwas macht, sollte es positiv sein. Tu etwas, was wirklich zu dir und deiner Persönlichkeit passt.sagt Annegien Schilling | Quelle: TEDx Talks

Tag someone who needs a little love below 😘

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Ihre Einstellung macht ihre Geschichte noch beeindruckender. Schon in ihrem jungen Alter weiß sie ganz genau, was sie will. Sie möchte mit ihrer Arbeit andere inspirieren auch kreativ aktiv zu werden, Gefühle mitzuteilen und, am allerwichtigsten, Geschichten zu erzählen. Sie sagt, dass sie sich durch ihre große Fanbase sehr bewusst über Hass innerhalb Social Media und über die Wege, wie man daran wächst, geworden ist. Annegien hat 2014 ihr Buch Imagine. Shoot. Create. veröffentlicht, in dem sie ihre Leser durch die verschiedenen Phasen auf dem Weg zu wunderschönen surrealen Bilderwelten begleitet.

New realities ☁️

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Wenn auch ihr Lust auf umwerfende digitale Kreationen bekommen habt, folgt dem jungen Instagram-Phänomen und lasst euch verzaubern von ihren kreativen Selbstporträts.

 

*Aktuelle Zahlen zum Redaktionsschluss

Copyright: Alle Fotos sind urheberrechtlich geschützt und Eigentum von Annegien Schilling.