Jeder Fotograf besitzt seinen ganz eigenen Stil, mit dem er uns die Welt durch seine Augen zeigt. Gute Fotografen schaffen es, Gefühle, Momente und Situationen, die wir häufig nicht mal bemerken würden, festzuhalten. Um dies zu erreichen, müssen sie ein besonderes Auge für die kleinen Dinge haben – die Dinge, die alltägliche Situationen zu etwas besonderem machen können. Vor allem jene Fotografen, die sich mit der Straßenfotografie beschäftigen schaffen es, die Geschichten ihrer Umwelt zu erzählen und ihnen eine Bedeutung zu verleihen.

Eine dieser talentierten Fotografen ist Paola Franqui, die man vor allem durch ihren Instagram Account monaris kennt. Die gebürtige Puerto Ricanerin wohnt in der Stadt Edison in New Jersey, in der Nähe von New York, von wo aus sie viele ihrer Geschichten erzählt. Paola hatte eigentlich nie geplant Fotografin zu werden und studierte deswegen zunächst Strafrecht an der Rutgers Universität in New Jersey. Als sie jedoch anfing zu fotografieren, wurde aus ihrem Hobby schnell eine Leidenschaft und sie begann mit ihren Fotos ihre Umwelt festzuhalten und ihr Leben einzuhauchen. Vor allem die Geschichten von der Straße, von normalen Menschen, hatten es ihr angetan, sodass sie anfing mit ihrer Straßenfotografie alltägliche Situationen einzufangen und sich dazu eine Story auszudenken.

Paola Franqui

Paola Franqui

 

„Ich hoffe, dass die Menschen mit meinen Bildern über ihre Sinne hinaus fühlen, denn ich möchte die Emotionen die hinter dem Leben der Menschen stehen erlebbar machen.“Paola Franqui | Quelle: monaris.me 

In ihren Fotos geht es nicht unbedingt darum, etwas spezielles oder besonderes einzufangen, sondern vielmehr darum, das Besondere und Einzigartige in alltäglichen Situationen wiederzufinden. Paola wächst immer wieder über sich hinaus und erweitert ihre Fähigkeiten als Fotografin, indem sie mit dem Zeitpunkt des Fotografierens spielt sowie ihre Fähigkeit Dinge zu beobachten und dabei ihren Blick zu schärfen weiter ausbaut. Das menschliche Verhalten ist es, was sie am meisten fasziniert. An ihren Bildbeschreibungen bei Instagram erkennt man, dass sie sich zu jedem Bild eine Geschichte ausdenkt und dass sie versucht, sich in die Menschen hineinzuversetzen. Ohne die Personen vor ihrer Linse zu kennen, probiert sie ihre Gedanken und Emotionen einzufangen und stellt sich zeitgleich die Geschichten hinter dem Menschen vor – so erzeugt sie eine Nähe zu ihnen.

Paola Franqui

#reflectionstories

Einen wichtigen Teil ihres Portfolios machen ihre #reflectionstories aus – hierbei handelt es sich um Bilder, die sie durch eine Fensterscheibe aufnimmt. Sie begann damit zu einer Zeit, in der sie sich uninspiriert fühlte und das Gefühl hatte, dass nichts von dem was sie tat ihren eigenen Ansprüchen genügte. Um aus diesem Loch herauszukommen, kaufte sie sich über 15 Bücher über die Fotografie und sah diese durch, bis sie schließlich Inspiration von zwei ihrer Lieblingsfotografen für Straßenfotografie erhielt. Diese Fotografen nutzten die Reflexionen, um Geschichten zu erzählen. Ihr Verlangen wieder zu fotografieren wuchs und sie fand ihre Liebe zur Fotografie wieder. Paola veränderte ihren Stil zu fotografieren, indem sie ihren Blickwinkel wechselte und damit versuchte, über ihren Tellerrand hinauszusehen. Sie begann ebenfalls Reflexionen in ihre Bilder einzubinden und wurde so wieder künstlerisch angeregt. Ihre #reflectionstories sind für sie noch immer eine wichtige Quelle der Inspiration, um die Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Reflexionen verleihen ihren Bildern eine gewisse Tiefe, da man nicht immer genau sieht, was sich vor und was sich hinter der Scheibe befindet. Einerseits trennt die Scheibe uns von den Personen auf dem Foto, andererseits lässt sie uns aber auch an ihrem Leben teilhaben.

„Niemand anderes sieht die Welt auf die Art und Weise wie du, also kann auch niemand die Geschichten erzählen, die du erzählst.“Paola Franqui | Quelle: monaris_

Wir sehen nun eine großartige Fotografin und Geschichtenerzählerin, die es schafft, einzigartige Momente zu finden und in ihren Bildern festzuhalten. Mit den Beschreibungen zu ihren Bildern öffnet sie uns ihre Welt und erzählt ihre Geschichte hinter den Fotos. 2017 wurde Paola eingeladen mit Adorama – einem amerikanischen Händler für Foto-, Video- und Elektronikartikel – sowie sechs weiteren Fotografen im Rahmen der Fotoreihe „Through The Lens: CUBA“ nach Kuba zu reisen. Hier bekam sie die Möglichkeit dieses wunderschöne Land kennenzulernen und Kubas Geschichte mit ihren Fotos zu erzählen.

„Fotografie ist für mich eine Form der Selbstdarstellung – wir gehen auf die Straßen und suchen nach der Art von Content, der eine Bedeutung für uns hat. Ich habe das Gefühl, dass mich alles um mich herum inspiriert. Die Geräusche, die Gerüche, der Lärm, selbst die Dynamik von Kuba.“Paola Franqui

Mit ihrer lebhaften Fotografie fängt Paola regelmäßig wunderschöne sowie echte Momente ein und man fühlt sich den Personen direkt verbunden. Ein zufälliger Moment, eine alltägliche Situation, der durch Paolas Fotografie einen einzigartigen Charakter bekommt. Und genau das ist es, was uns an ihrer Kunst so fasziniert und warum wir sie definitiv weiterhin auf ihrem Weg begleiten werden: Um zu sehen, welche neuen Wege der Fotografie sich für sie ergeben.

Paola Franqui

 

*aktuelle Zahlen zum Redaktionsschluss

Copyright: Alle Bilder sind urheberrechtlich geschützt und Eigentum von Paola Franqui.